Beamte im Einsatz

Land verbietet Islamkreis – Göttinger Studenten im Visier von Salafisten?

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Schlag gegen mutmaßliche Salafisten in Göttingen: Im Februar waren diese Gegenstände beschlagnahmt worden.

Göttingen/Hildesheim. Dem Land Niedersachsen ist offenbar ein weiterer Schlag gegen die salafistische Szene in Südniedersachsen gelungen.

Das Innenministerium hat am Dienstag den „Deutschsprachigen Islamkreis Hildesheim“ (DIK) verboten und aufgelöst. Außerdem wurde jetzt bekannt: Die beiden mutmaßlichen Salafisten, die in Februar in Göttingen festgenommen wurden, könnten Studenten der Universität bei einem möglichen Anschlag im Visier gehabt haben.

Das wird von der „Bild“-Zeitung unter Berufung auf einen nicht genannten Ermittler behauptet. 

Dazu wollte sich die Polizeiinspektion Göttingen nicht äußern. Nur so viel: „Die Ermittlungen der Polizei dauern nach wie vor an. Einzelne Zwischenergebnisse werden, insbesondere mit Blick auf die noch laufende Prüfung beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig , nicht veröffentlicht.", sagt Polizeisprecherin Jasmin Kaatz. Es bestehe jedoch keine konkrete Gefährdung.

Im Februar waren ein 23-jähriger Nigerianer und ein 27-jähriger Algerier festgenommen worden. Sie sitzen beide in Abschiebehaft. Über die Abschiebung muss das Bundesverwaltungsgericht entscheiden. Die Polizei hatte nach den Festnahmen Anfang Februar davon berichtet, dass damit ein geplanter Anschlag verhindert worden sei. Genaueres wollten die Ermittler damals nicht sagen.

Die Polizei hatte mit Blick auf die salafistische Szene in Göttingen und Hildesheim die Staatsschutzstellen in beiden Großstädten zu Jahresbeginn aufgestockt.

Nun gab es am Dienstag einen weiteren Schlag gegen die salafistische Szene in Südniedersachsen – diesmal in Hildesheim. Dort sind seit dem Morgen 368 Polizisten im Einsatz und durchsuchen Wohnungen von acht Personen sowie Moscheeräume des Islamkreises.

„Mit dem Vereinsverbot wurde ein Hotspot der radikalen Salafistenszene in Deutschland zerschlagen“, sagte Innenminister Boris Pistorius am Morgen. „Diese Maßnahme richtet sich ausdrücklich nicht gegen die vielen, friedlich hier lebenden Muslime, sondern gegen verblendete Fanatiker, die diese Weltreligion für ihre Zwecke missbrauchen und Terrororganisationen wie den selbst ernannten Islamischen Staat und dessen menschenverachtende Ziele unterstützen.“

Pistorius hat für den heutigen Mittag eine Pressekonferenz angekündigt.

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