Nachfolge ist noch offen

Landeskriminalamt Niedersachsen: Präsident Uwe Kohlmey geht in Ruhestand

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Wer rückt für ihn nach? Uwe Kolmey war seit 2005 Chef des Landeskriminalamts in Niedersachsen. Gestern wurde er in den Ruhestand verabschiedet.

Hannover/Göttingen. Der langjährige Präsident des Landeskriminalamtes, Uwe Kohlmey, geht mit 64 Jahren in den Ruhestand. Wer beim Staatsschutz in Hannover auf ihn folgt, ist noch nicht klar.

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) verabschiedete Kohlmey in den Ruhestand, der lange als designierter Nachfolger gehandelte Axel Brockmann aber fand anderweitig Verwendung. Pistorius machte ihn kürzlich zum Landespolizeipräsidenten. Nun übernimmt beim LKA vorerst Vizepräsident Thomas Ring das Steuerruder.

„Ich hoffe, dass die wichtige Position möglichst nahtlos besetzt wird“, meint der Landesvorsitzende vom Bund Deutscher Kriminalbeamten (BDK), Matthias Karsch – und erklärt zugleich, dass der Kreis der Kandidaten überschaubar sei. Denn der LKA-Präsident muss ein Polizist vom Fach sein, und weil es sich um das LKA handelt aus der Kriminalpolizei kommen. „Da wird der Kreis sehr klein.“ Spekuliert wird nun, dass irgendwann der Braunschweiger Polizeipräsident Michael Pientka LKA-Chef werden könnte.

Davon, was auf seinen Nachfolger zukommt, hat Kolmey wahrscheinlich das beste Bild. „Die Terrorismusbekämpfung wird uns nicht loslassen, da werden wir weiter viel an Personal und Arbeitszeit investieren müssen“, sagt Kolmey. Zugleich fordern die stets neuen Facetten der Cyberkriminalität die Experten des LKA. 

Neben klassischen Polizeibeamten wurden deshalb schon externe IT-Experten eingestellt. „Die Zeit sichergestellter Leitz-Ordner geht zu Ende“, meint Kolmey. Stattdessen müssen sich die Beamten durch Millionen sichergestellter Datensätze wühlen. Klassische Formen der Kriminalität wie Einbrüche oder Gewaltverbrechen beschäftigen die Fahnder währenddessen weiter.

Uwe Kolmey war es in seiner Amtszeit seit 2005 meist geglückt, die Fahndungsbehörde aus den Turbulenzen der Politik herauszuhalten. Etwas Knies gab es zuletzt wegen der Islamismusfahndung: Nicht energisch genug hätten die Fahnder sich an die Fersen der Strippenzieher geheftet, monierte die bisherige CDU/FDP-Opposition. 

Andererseits kamen aus dem LKA-Apparat Klagen, die bisherige rot-grüne Regierung habe geplante Aktionen der Fahnder im Umfeld von Moscheen aus übertriebener Political Correctness ausgebremst. Durchaus eine klare Kante gegenüber der Politik versprechen sich manche LKA-Fahnder von ihrem nächsten Chef. 

An der Aufklärung vieler schwerer Verbrechen in Niedersachsen haben Experten des Landeskriminalamtes in Hannover einen entscheidenden Anteil: Ob DNA-Analysen, Internet-Fahndung oder das klassische Phantombild – in vielfältigen Bereichen sind die 700 LKA-Beamten gefragt. (dpa)

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