Kulturinitiative erhielt Auszeichnung

Landespreis für „Kreuzberg on KulTour“

Riesenfreude über Landespreis für Bürgerengagement: Dana Rotter und Klaus Wißmann von Kreuzberg on KulTour.
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Riesenfreude über Landespreis für Bürgerengagement: Dana Rotter und Klaus Wißmann von Kreuzberg on KulTour.

Der Göttinger Verein „Kreuzberg on KulTour“ erhielt den Niedersachsenpreis für Bürgerengagement.

Göttingen/Hannover – Zehn Vereine, Gruppen und Einzelpersonen haben den „Niedersachsenpreis für Bürgerengagement“ 2020 erhalten. Darunter ist auch der Göttinger Verein „Kreuzberg on KulTour“. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), VGH-Vorstandschef Ulrich Knemeyer und Sparkassenpräsident Thomas Mang zeichneten die Preisträger in einer Online-Präsentation aus.

„Kreuzberg on KulTour“ aus Göttingen veranstaltet seit elf Jahren ehrenamtlich Konzerte in verschiedenen Orten und Lokalitäten in Südniedersachsen veranstaltet – meist sind es Musiker aus den Genres Liedermacher, Singer/Songwriter, Folk, Pop und Rock. Der Verein wurde 2009 als Nachfolger des Cafè Kreuzberg gegründet, um dessen Kulturprogramm weiterleben zu lassen. So sind in elf Jahren 1000 Konzerte über die Bühnen der Region gegangen, wie die 2. Vorsitzende Dana Rotter sagt, die den Landespreis als eine „wundervolle Würdigung unserer jahrelangen Arbeit“ wertet.

Klar, dass sich auch der Vorsitzende Klaus Wißmann riesig freut. „Dass diese Arbeit nun eine solch überregionale Anerkennung erfährt, ist für uns einfach der Hammer, sie bedeutet uns wirklich viel.“ Wißmann spricht von „Herzblut, Leidenschaft und Idealismus“, den die Mitglieder in ihrer Freizeit für die Musik und die Musikszene aufbringen.

Antrieb für die ehrenamtliche Arbeit und das Engagement ist auch eine „tolle Gemeinschaft“ mit den Musikern und Spielstättenbetreibern. „Es ist für uns eine Ehre, ein Teil dieser tollen Community zu sein“, schwärmt Klaus Wißmann.

Nachwuchsmusiker werden gefördert

In einer Zeit des Spielstättenschwunds leistet „Kreuzberg“ viel zum Erhalt der Spielstätten und der Förderung von Nachwuchsmusikern, denen es an Auftrittsmöglichkeiten mangelt. 43 Lokalitäten wurden allein in Göttingen bespielt, 43 Kooperationspartner gibt es in der Region, betont Dana Rotter.

Ein Produkt der Nachwuchsförderung ist die monatliche „Offene Bühne“, die 2021 seit 15 Jahren bestehen wird. „Kreuzberg“ ist aber noch mehr, veranstaltete mit Exil und Rockbüro das „Indoor Altstadtfest“ und nach dessen Aus „Liesels Clubnacht“, beteiligte sich am NDR-Soundcheck-Festival, etablierte das Herberhausen Open Air. Seit 2020 gibt es den Online-Musikerwettbewerb mit Radio Leinewelle und Tonstudio Rockmöhre.

Seit 2014 betreibt der Verein das Selbsthilfeportal „Musiker für Musiker“ , das Musikern und Spielstätten in Südniedersachsen Hilfe bietet und sich zum viel genutzten Netzwerk entwickelt hat. „Das ist gerade in Corona-Zeiten wichtig. Die Lage für die Musiker und Veranstaltungsbranche ist schlecht: Es ist fraglich, welche Spielstätten und Veranstalter das Ganze überhaupt überleben werden“, sagen Rotter und Wißmann. „Wir hoffen, dass es alle in Göttingen und Südniedersachsen schaffen. Dabei helfen wir natürlich nach Kräften. Das Preisgeld jedenfalls will der Verein für kommende Konzerte verwenden, wenn diese wieder möglich sind.“

Mehr zu Kreuzberg on KulTour gibt es hier.

„Hey Alter“, „Wildes Blech“ und ein Kältebus für Obdachlose

Die Preisträger beim Niedersachsenpreis für Bürgerengagement 2020 sind:

Das Ensemble „Wildes Blech“ mit mehr als 50 jungen und älteren Musikern aus dem Kreis Rotenburg/Wümme. Der Verein „Otto Schülke“ aus Norderney hat es sich zur Aufgabe gemacht, den auf der Insel stationierten gleichnamigen Seenotrettungskreuzer, der mehr als 30 Jahre für die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger seinen Dienst tat, vor der Verschrottung zur retten.

In der Kategorie „Soziales“ wurden auch der Verein „Pinke Zitronen“ aus Hannover ausgezeichnet, der sich für Brustkrebspatientinnen im Alter von Anfang 20 bis Mitte 50 engagiert. Auch der Osnabrücker Flüchtlingshilfe-Verein „Exil“, der Freizeitaktionen für Kinder und Jugendlichen aus den Erstaufnahmeeinrichtungen Bramsche-Hesepe und Osnabrück organisiert, wurde geehrt.

Erstmals vergeben wurden Corona-Preise, die besonders auf Herausforderungen der Pandemie eingehen. So sammelt die Braunschweiger Initiative „Hey Alter“ von Unternehmen ausgediente, aber funktionstüchtige Computer, die Kindern und Jugendlichen aus sozial schwachen Familien Zugang zum Internet und mehr Chancengleichheit ermöglichen sollen. Einen Preis erhielt der Kältebus der Malteser, eine mobile Versorgungsstation für Obdachlose, sowie die Evangelische Jakobi-Jugend aus Hannover-Kirchrode für ihre Nachbarschaftshilfe für ältere und vorerkrankte Menschen.

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