Landgericht Göttingen: Freispruch in Vergewaltigungsprozess

Der Eingang zum Landgericht Göttingen: Hier ging am Montag ein Prozess nach einer erfolgreichen Revision zu Ende. Foto: bsc

Göttingen. Mit einem Freispruch ist am Montag die Neuauflage eines Vergewaltigungsprozesses vor dem Landgericht Göttingen zu Ende gegangen.

In dem Revisionsprozess hatte sich ein 39-jähriger Mann aus Göttingen wegen Vergewaltigung und Körperverletzung verantworten müssen. Die Anklage warf ihm vor, im August 2013 eine Nachbarin zweimal vergewaltigt zu haben. Im vergangenen Jahr hatte ihn das Landgericht in einem ersten Prozess zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt. Der Bundesgerichtshof (BGH) hob auf die Revision des Angeklagten hin dieses Urteil jedoch auf und verwies den Fall zu neuer Verhandlung an eine andere Kammer.

Diese kam nun zu einem anderen Ergebnis: Es gebe „begründete Zweifel“, das sich das Geschehen so zugetragen habe, sagte der Vorsitzende Richter Ralf Günther. Daher sei der Angeklagte freizusprechen. Zuvor hatten sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung auf Freispruch plädiert. Der Angeklagte hatte gegenüber der Polizei die Vorwürfe bestritten, so dass in dem Verfahren Aussage gegen Aussage stand. Der Bundesgerichtshof hatte nach dem ersten Prozess gerügt, dass die Richter bei einer solchen Konstellation die Angaben der Belastungszeugin einer genaueren Überprüfung unterziehen und sich auch mit ihrer psychischen Verfassung beschäftigen müssten.

In dem seit Anfang Februar laufenden zweiten Prozess stieß die Kammer dann auf derart viele Widersprüche, dass sie „erhebliche Zweifel“ daran hatte, dass die Frau vergewaltigt worden war.

Wahrscheinlich, so der Vorsitzende Richter, seien die sexuellen Handlungen einvernehmlich gewesen. Hinterher habe die Frau das dann bereut. (pid)

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