Raubüberfall auf Supermarkt

Landgericht Göttingen verurteilt Supermarkt-Diebe zu dreieinhalb Jahren Haft

Das Gebäude des Landgerichts in Göttingen. Zu sehen ist der Haupteingang.
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Im Landgericht Göttingen fiel nun das Urteil im Prozess um einen Supermarkt-Überfall in Barbis.

Wegen eines bewaffneten Raubüberfalls auf einen Supermarkt im Südharzer Ort Barbis (Kreis Göttingen) sollen zwei Angeklagte für dreieinhalb Jahre in Haft.

Göttingen/Barbis - Das hat jetzt das Landgericht Göttingen entschieden. Die Kammer befand die beiden Angeklagten - ein 21-jähriger Deutscher aus Bremen und ein 55-jähriger georgischer Staatsangehöriger aus Bad Lauterberg - des erpresserischen Menschenraubes in Tateinheit mit schwerer räuberischer Erpressung für schuldig. Das Gericht ordnete außerdem an, dass der 21-Jährige in einer Entziehungsanstalt unterzubringen sei.

In dem seit Anfang April laufenden Prozess hatte sich auch ein Sohn des 55-Jährigen wegen Beihilfe zu der Tat verantworten müssen. Der 23-Jährige, der ebenfalls in Bad Lauterberg wohnt, werde mangels ausreichender Beweise und nicht wegen erwiesener Unschuld freigesprochen, sagte der Vorsitzende Richter Michael Kalde.

Bei dem Überfall im Oktober 2020 hatten die beiden Täter 29 210 Euro erbeutet. Einen Tag später nahm die Polizei den 21-Jährigen und den 55-Jährigen fest. Sie sitzen seither in der Jugendanstalt Hameln beziehungsweise der Justizvollzugsanstalt Rosdorf in Untersuchungshaft.

Mit dem Urteil blieb die Kammer deutlich unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Diese hatte für den 21-Jährigen eine Jugendstrafe von viereinhalb Jahren und für den 55-Jährigen eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren und sieben Monaten beantragt. Der 23-Jährige sollte eine Bewährungsstrafe von sieben Monaten erhalten.

Die Verteidiger plädierten dagegen für den 21-Jährigen auf eine Jugendstrafe von zwei Jahren und für den 55-Jährigen auf eine Freiheitsstrafe von maximal zwei Jahren. Der Vollzug dieser Strafen sollte jeweils zur Bewährung ausgesetzt werden. Der Verteidiger des 23-Jährigen plädierte auf Freispruch.

Beide jetzt verurteilte Angeklagte hatten in dem Prozess ein Geständnis abgelegt, Reue bekundet und zwei Mitarbeiterinnen des Supermarktes, die in dem Prozess als Nebenklägerinnen auftraten, um Entschuldigung gebeten.

Das Gericht habe dies zwar als strafmildernd gewertet, sagte der Vorsitzende Richter. Allerdings müssten auch die gravierenden Folgen der Tat berücksichtigt werden. Die Mitarbeiter des Supermarktes hätten große Angst gehabt, mehrere von ihnen seien bis heute aufgrund des traumatischen Erlebnisses psychisch erheblich beeinträchtigt.

Von den 29 210 Euro, die sie bei dem Überfall erbeuteten, habe der 21-Jährige einen Anteil von 13 000 Euro bekommen. Der 55-Jährige habe 9000 Euro im Bettkasten seiner geschiedenen Ehefrau versteckt. Wo das restliche Geld geblieben sei, sei unklar geblieben. Hierzu hätten die Angeklagten kein Wort gesagt, insofern sei das Geständnis nicht vollständig gewesen, sagte der Vorsitzende Richter.

Der 55-Jährige gab als Motiv für den Raubüberfall seine Drogen- und Spielsucht und die daraus resultierenden Geldprobleme an. Der 21-Jährige hatte wegen seiner Drogensucht erhebliche Schulden angehäuft. (Heidi Niemann)

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