Urteil gegen Bandenmitglieder

Landgericht Göttingen verurteilt zwei Profidiebe zu fast vier Jahren Gefängnis

Göttingen. Das Landgericht Göttingen hat am Dienstag zwei Mitglieder einer bosnischen Diebes- und Hehlerbande zu Freiheitsstrafen von jeweils drei Jahren und neun Monaten verurteilt.

Nach Ansicht der Kammer haben sich die 61 und 27 Jahre alten Angeklagten des schweren Bandendiebstahls in zwei Fällen beziehungsweise der gewerbsmäßigen Hehlerei und des schweren Bandendiebstahls in drei Fällen schuldig gemacht. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die Angeklagten im Sommer 2015 gemeinsam mit weiteren Bandenmitgliedern in Göttingen und an anderen Orten in Niedersachsen komplette Lkw-Ladungen mit Metall und anderen hochwertigen Waren sowie diverse Lastwagen, Sattelauflieger und Sattelzugmaschinen entwendet hatten, um die Ladung gewinnbringend zu verkaufen.

Das Gericht blieb mit seinem Urteil etwas unterhalb des Antrags der Staatsanwaltschaft, die Freiheitsstrafen von vier beziehungsweise vier Jahren und drei Monaten gefordert hatte. Der Verteidiger des 27-Jährigen plädierte dagegen auf eine Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren, der Verteidiger des 61-Jährigen auf eine sechsmonatige Freiheitsstrafe. Beide Angeklagte hatten zuvor in Spanien beziehungsweise Belgien in Auslieferungshaft gesessen, die im Verhältnis 1:1 auf die jetzt verhängte Strafe angerechnet wird.

In seiner Urteilsbegründung lobte der Vorsitzende Richter Burkard Klemke die „großartige, äußerst detailreiche und aufwändige Ermittlungsarbeit“ der Polizei, die monatelang gegen die Bande ermittelt hatte. Durch Telefonüberwachung und umfangreiche Datenauswertungen sei es den Fahndern gelungen, die Aktivitäten der sehr organisiert vorgehenden Bande zu ermitteln, so dass die einzelnen Taten den Angeklagten zugeschrieben werden konnten, sagte der Richter.

Im Juli 2015 entwendeten die Angeklagten im Göttinger Gewerbegebiet einen Sattelauflieger, der mit 14.000 Herren-Sweat-Jacken im Wert von rund 80.000 Euro beladen war.

Die Staatsanwältin ging in ihrem Plädoyer auch auf die Einlassung des 61-Jährigen ein. Dieser hatte angegeben, dass er nach Deutschland gekommen sei, um ein besseres Leben zu haben.

Lebensunterhalt finanziert

Tatsächlich habe er einen erheblichen Teil seines Lebensunterhalts durch Straftaten finanziert. Beide Angeklagten seien von Anfang an nicht willens gewesen, sich an Normen anzupassen. Ihr gesamter Aufenthalt in Deutschland sei auf Straftaten begründet.

Rubriklistenbild: © dpa

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