Landgericht verhandelt erneut über Vergewaltigung

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Der Eingang zum Landgericht Göttingen: Dort wird jetzt neu über eine Vergewaltigungsanklage verhandelt.

Göttingen. Vor dem Landgericht Göttingen hat am Montag die Neuauflage eines Vergewaltigungsprozesses begonnen. Der Fall aus dem Jahr 2013 wird jetzt neu aufgerollt.

Ein heute 39-jähriger Mann aus Göttingen ist angeklagt, im August 2013 eine Frau in der Küche seiner damaligen Wohnung zu Boden geschlagen und vergewaltigt zu haben. Anschließend soll er sie ins Wohnzimmer gezerrt und zu weiteren sexuellen Handlungen genötigt haben. Vor einem Jahr hatte ihn eine andere Strafkammer in einem ersten Prozess wegen Vergewaltigung und Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt. Gegen dieses Urteil hatte der Angeklagte Revision eingelegt, mit Erfolg: Der Bundesgerichtshof (BGH) hob das Urteil auf und wies den Fall zu neuer Verhandlung an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurück.

Die BGH-Richter monierten, dass die Beweiswürdigung der vorherigen Kammer der Konstellation in dem Verfahren nicht gerecht werde. Da Aussage gegen Aussage stehe, hätte die Kammer die Angaben der Geschädigten einer genaueren Überprüfung unterziehen müssen. Die betroffene Frau hatte sich wenige Stunden nach dem Vorfall in einem Krankenhaus untersuchen lassen. In dem Urteil finde sich jedoch nichts Näheres zu den Ergebnissen dieser Untersuchungen, rügte der BGH.

Laut einem Arztbericht sei der gynäkologische Befund „unauffällig“ gewesen. Die Frau war zudem zwei Wochen lang in einer psychiatrischen Fachklinik gewesen. Nach Ansicht des BGH hätten sich die Richter mit der psychischen Verfassung sowie der Diagnose und Behandlung der Frau beschäftigen müssen.

Der Angeklagte selbst will nach Angaben seines Verteidigers von seinem Schweigerecht Gebrauch machen werde. Das Gericht hat insgesamt fünf Verhandlungstermine angesetzt.

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