Zusammenschluss der Landkreise Göttingen und Osterode

Landrat Reuter: 50 Jobs fallen durch Kreisfusion weg

Göttingen/Hannover. Durch die Fusion der Landkreise Göttingen und Osterode sollen 50 Stellen wegfallen. Dies werde aber sozialverträglich geschehen“, versicherte Göttingens Landrat Bernhard Reuter (SPD) am Donnerstag im Innenausschuss des Landtags.

Reuter: „Niemand wird entlassen.“ Die jährliche Ersparnis bezifferte der Landrat auf vier Millionen Euro. Andererseits seien wegen der neuen Aufgaben insbesondere wegen des Zustroms der Flüchtlinge Neueinstellungen unumgänglich. Die neue Kreisverwaltung soll künftig über 1500 Köpfe verfügen. Davon sollen 1000 am Dienstort Göttingen, 500 in der Zweigstelle Osterode arbeiten, erklärte Osterodes Erster Kreisrat Gero Geißlreiter. „Beide Kreishäuser bleiben weiterhin und dauerhaft gut gefüllt.“ Bürgernahe und fahrzeitintensive Tätigkeiten würden an beiden Standorten dezentral ausgeführt. Die sogenannten Querschnittsaufgaben werde man aufteilen und dann jeweils für den gesamten Neukreis wahrnehmen.

Bernhard Reuter

Laut Gebietsveränderungsvertrag der beiden Altkreise ziehen das Finanzwesen, die Kommunalaufsicht, das Rechnungsprüfungsamt sowie das Ordnungsamt nach Osterode. Knöllchen für Verkehrssünder werden also künftig in Osterode bearbeitet. Der in Niedersachsen bisher erste und einzige freiwillige Zusammenschluss von zwei Kreisen soll zum 1. November kommenden Jahres erfolgen. Die Kür des neuen Landrats und des neuen Kreistages findet mit der Kommunalwahl am 11. September 2016 statt. Schon der erste Haushalt 2017 des nach Osnabrück dann mit etwa 325 000 Einwohnern zweitgrößten Landkreises Niedersachsens werde voraussichtlich ausgeglichen sein, betonte Reuter. „Ich bin sehr sicher, dass dies gelingen wird.“ So sei das Defizit in Osterode geringer als erwartet. „Und Göttingen erwirtschaftet derzeit Überschüsse.“ (ymp)

Reuter: Kreis startet "finanziell sauber"

Der neue Landkreis wird „finanziell sauber“ starten: Das machte Landrat Bernhard Reuter am Donnerstag in Hannover deutlich.

Dank der neuen Finanzzusagen der Landesregierung für die Aufnahme von Asylbewerbern bleibe die Kassenlage stabil, meinte der Landrat. Vorher muss noch der Landtag dem Fusionsgesetz zustimmen.

In der Anhörung vor dem Innenausschuss zeichnete sich aber eine breite, parteiübergreifende Mehrheit dafür ab. Schon jetzt sei man dabei, ein Raumkonzept zu erstellen und alle Führungspositionen neu zu besetzen, berichtete Reuter. Auch bei den Spitzenbeamten soll das Verhältnis zwei zu eins zugunsten Göttingens betragen.

Bis zum Frühjahr 2016 sollen auch sämtliche anderen Stellen vergeben sein. „Jeder Mitarbeiter weiß dann, wo er oder sie am dem 1. November 2016 arbeiten wird“, kündigte der Landrat an. Für Reuter selbst gilt das freilich nicht. Als Wahlbeamter hat er genauso wenig wie der Osteroder Kreisrat Geißlreiter und dessen beide Göttinger Kollegen keine Jobgarantie. Sie müssten für eine weitere Amtszeit zunächst das Votum der Wähler einholen.

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