Nutzung von Spielräumen

Landratskandidaten im Landkreis Göttingen: Eckhard Fascher (Linke) ist für die Schwächeren im Einsatz

Linken-Landratskandidat Dr. Eckhard Fascher vor dem Haus der Kulturen am Hagenweg in Göttingen. Dort kann er sich für andere einsetzen.
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Linken-Landratskandidat Dr. Eckhard Fascher vor dem Haus der Kulturen am Hagenweg in Göttingen. Dort kann er sich für andere einsetzen.

Die Partei hat er vor Jahren gewechselt, seiner Überzeugung ist er immer treu geblieben: Dr. Eckhard Fascher (59) aus Göttingen setzt sich bis heute für sozial Schwächere ein und kandidiert für „Die Linke“ bei der Landratswahl am 12. September.

Göttingen – Die Machenschaften von Konzernen beschäftigten den gebürtigen Marburger seit seiner Jugend vor 40 Jahren. „Mich hat schon in den 70er-Jahren gestört, dass es Menschen gab, die unermesslich reich sind.“ Deshalb zog es ihn früh in die Politik, um etwas für die Menschen zu verändern. Mit 18- gehörte Fascher dem Kasseler Kreistag an – als Mitglied der Grünen. Jahre später trat er dort aus. „Ich fühlte mich dort nicht mehr richtig“, sagt er mit Blick auf die Themen Sozialhilfe und Arbeitslosigkeit. „Die Grünen haben die SPD damals rechts überholt. Und sie haben den Antimilitarismus über Bord geworfen“, sagt der Kommunalpolitiker, der später seine neue politische Heimat bei den Linken und sein Gerechtigkeitsanliegen fand.

Für ihn ist mit Blick auf die Situation von Hartz-IV-Empfängern klar: „Die Regelsätze sind zu niedrig.“ Deshalb will er als Landrat alle Spielräume nutzen, so beim Thema Mietkosten: „Da kann man wirklich großzügiger sein.“

Und weiter: „Viele meiner Kollegen im Kreistag finden Hartz IV richtig. Deshalb werden Gestaltungsspielräume nicht richtig genutzt“, diagnostiziert der Sozialwissenschaftler. Er hat beobachtet, dass die Betroffenen „kleingemacht“ werden. Ständig werde Druck von den Behörden gemacht. Er wünscht sich stattdessen einen „öffentlichen Beschäftigungssektor“, der vielen Arbeit bietet. Stellen könnten aus seiner Sicht im Pflegebereich oder auch im „Haus der Kulturen“ entstehen, in dem er derzeit eine Projektstelle hat – auf vier Jahre befristet. „Manche müssen sich immer von Projekt zu Projekt hangeln. 1000 neue Stellen würden schon helfen. An anderer Stelle kann man dafür einsparen – ein Nullsummenspiel.“

Fascher hat sein soziales Engagement auch für einen längeren Auslandsaufenthalt genutzt und als Entwicklungshelfer gearbeitet – in Mozambique in Afrika. „Ich habe mich dort selbst als Migrant gefühlt, aber dort wird man positiv aufgenommen. Das ist hier anders. Das stört mich.“

Mit Blick auf seine Arbeit als Landrat hat er sich Projekte vorgenommen, um die Situation für viele zu verbessern. Dazu gehören verstärkte Zuschüsse für die Altbausanierung sowie Wohnungsbauprojekte, bei denen die öffentlichen Träger klar den Vorzug bekommen – wegen der Mieten. Auch die Erbpacht ist für ihn ein Modell, das stärker genutzt werden sollte, weil es ebenfalls die Mieten im Rahmen halten kann.

Eckhard Fascher treibt außerdem das Thema Mobilität im ländlichen Raum um. „Man kommt in vielen Orten ohne Auto nicht weg“, macht er deutlich und fordert ein deutlich verbessertes Angebot. „Langfristiges Ziel muss ein kostenloser öffentlicher Personennahverkehr sein“, gibt er als Vision aus. Schließlich möchte Fascher, dass es allen Bewohnern im Landkreis Göttingen besser geht. (Bernd Schlegel)

Zur Person

Dr. Eckhard Fascher (Jahrgang 1962) kam in Marburg zur Welt. Er ist promovierter Sozialwissenschaftler und lebt seit vielen Jahren in Göttingen, wo er studiert hat. Nach dem Studium und der Promotion im Jahr 1996 arbeitete der Linken-Politiker neben seinem hauptberuflichen und ehrenamtlichen Engagement in Vereinen in den Bereichen Klimaschutz, Menschenrechte und Migrationspolitik in der Erwachsenenbildung und der Entwicklungshilfe, auch als Betreuer minderjähriger geflüchteter Jugendlicher. Fascher ist verheiratet und hat eine Tochter und einen Sohn. In seiner Freizeit unternimmt der 59-Jährige gern etwas mit seinen Kindern und verreist gern – am liebsten ans Meer. (bsc)

Drei Sätze zum Vervollständigen

Der Landkreis Göttingen ist für mich... meine Heimat, die ich gestalten möchte.

Wenn ich von der Arbeit nach Hause komme,... dann genieße ich die Zeit mit meiner Familie und lese dabei gern ein gutes Buch.

Wenn ich nicht Landrat werde,... dann werde ich im Kreistag weiterhin gute Vorschläge zur Gestaltung von Politik einbringen. bsc

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