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Landtagskandidatin Karola Margraf (SPD) will Erfahrungen in Parlament einbringen

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Von: Bernd Schlegel

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Niedersachsenwahl 2022: SPD-Kandidatin Karola Margraf will in den Landtag einziehen. Dort würde sie 20 Jahre Erfahrung in der Politik einbringen.

Göttingen – Seit über 20 Jahren engagiert sich SPD-Kandidatin Karola Margraf in der Kommunalpolitik. Seit 15 Jahren ist die SPD-Kandidatin im Ortsrat in Nikolausberg und hat sich auch in der Göttinger Stadtpolitik engagiert. Jetzt will sie einen weiteren Schritt gehen und Landtagsmitglied werden. Sie kandidieren im Wahlkreis 16, der bislang von Dr. Gabriele Andretta vertreten wird, die nicht erneut antritt.

„Ich habe durch meine Mitarbeit im Schulausschuss, im Bauausschuss sowie später im Verwaltungsausschuss verschiedene Bereiche der Stadt Göttingen kennengelernt. Ich möchte nun, meine Erfahrungen in Hannover einbringen und dort für die Region Göttingen arbeiten“, sagt die 57-Jährige, die seit acht Jahren Ortsbürgermeisterin von Nikolausberg ist.

Landtagswahl Niedersachsen: SPD-Kandidatin Karola Margraf will Erfahrungen in Parlament einbringen

Vor der Klosterkirche in Nikolausberg: Dort heiratete SPD-Landtagskandidatin Karola Margraf kirchlich. Außerdem wurden dort ihre Kinder getauft.
Vor der Klosterkirche in Nikolausberg: Dort heiratete SPD-Landtagskandidatin Karola Margraf kirchlich. Außerdem wurden dort ihre Kinder getauft. © Bernd Schlegel

Ganz wichtig ist ihr das Thema Bürgernähe, was ihr als Ortsbürgermeisterin in Fleisch und Blut übergegangen ist. So kommt sie mit den Nikolausbergern beim Einkauf, bei Konzerten in der Kirche oder bei Versammlungen der Vereine ins Gespräch. Das möchte sie das Landtagskandidatin so weiterführen.

„Ich möchte als Abgeordnete immer ansprechbar sein – natürlich auch in allen Ortsteilen von Göttingen“, sagt die Kandidatin, die inzwischen an mehr als 6000 Haustüren in Göttingen geklopft hat. „Dabei ist deutlich geworden, dass die finanziellen Folgen der Energiekrise das beherrschende Thema sind. Ohne einen Energiepreisdeckel wird es am Ende nicht gehen“, sagt sie.

Ohne einen Energiepreisdeckel wird es am Ende nicht gehen.

SPD-Landtagskandidatin Karola Margraf

Ein zentrales Anliegen ist ihr die Chancengleichheit bei der Bildung. „Das darf nicht vom Geldbeutel der Eltern der Kinder abhängen. Deshalb bin ich für eine Lernmittelfreiheit auf digitaler Basis. Jedes Kind soll ab Klasse eins ein Tablet bekommen.“ Dazu müssen die technischen Voraussetzungen geschaffen und Lehrkräfte entsprechend ausgebildet werden.

Landtagskandidatin Karola Margraf blickt auf 20 Jahre Engagement in der Politik zurück

Mit Blick auf die Förderschule „Lernen“ macht Margraf deutlich, dass sie auf die Inklusion in Regelschulen setzt. Margraf: „Allerdings müssen dafür genügend Sonderschullehrerinnen und -lehrer und pädagogische Begleiter bereitstellen – am besten als Poollösung, damit schnelle Unterstützung möglich ist.“

Beruflich beschäftigt sie sich als Leiterin des Karriereberatungsbüros der Bundeswehr Göttingen täglich mit dem Thema Bundeswehr: „Ich erkläre den jungen Leuten, was es heißt, Soldat zu sein. Dabei weise ich auch auf die Gefahren hin, die durch den Beruf bestehen“, sagt Karola Margraf. Dabei erklärt Sie den Interessierten, welche Möglichkeiten es sowohl militärisch als auch zivil bei der Bundeswehr gibt.

Bei Gesprächen an den Wahlkampfständen geht es immer wieder um das Thema bezahlbarer Wohnraum. „Deshalb möchte die Niedersächsische SPD auf alle Fälle wieder eine Landeswohnungsbaugesellschaft ins Leben rufen und damit in kurzer Zeit 4500 Wohnungen schaffen. Gerade in Göttingen können sich viele den Wohnraum nicht mehr leisten, weil es bei den privaten Investoren um die Rendite geht.

Davon müssen wir weg“, so Margraf. Deshalb kann sie sich vorstellen, dass die Arbeit der Städtischen Wohnungsbau als Vorbild für das Land dienen könnte. Die neue Gesellschaft soll aus Sicht von Margraf im ganzen Land Flächen kaufen, Immobilien übernehmen, gegebenenfalls sanieren.

Ortsbürgermeisterin von Nikolausberg Karola Margraf will Nachfolgerin von Dr. Gabriele Andretta werden

Sollte sie gewählt werden, so möchte die Nikolausbergerin in den Wissenschafts- und Kulturausschuss. „Ich möchte die guten Kontakte weiterführen und damit die Hochschullandschaft in Göttingen stärken. Außerdem möchte ich, dass die kulturelle Vielfalt in Göttingen erhalten und ausgebaut wird.“

Zudem würde sie der Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung interessieren, denn hier gibt es große Herausforderungen und zumindest im Bereich der Gleichstellung kann sie Erfahrung als Gleichstellungsbeauftragte im Karrierecenter der Bundeswehr in Hannover mitbringen.

Zu ihren Chancen, gewählt zu werden, wagt Margraf keine Prognose. Gleichzeitig weist sie daraufhin, dass ihre Vorgängerin Gabriele Andretta fünfmal in Folge das Direktmandat geholt. Auf der Landesliste steht sie auf Platz 18. „Es wird spannend, aber die Chancen sind gut.“ (Bernd Schlegel)

25 Direkt-Kandidaten treten 2022 in Stadt und Landkreis Göttingen bei der niedersächsischen Landtagswahl an. Darunter ist auch die Göttingerin und CDU-Landtagskandidatin Carina Hermann. FDP-Landtagskandidat Patrick Thegeder erklärt Politik auf TikTok.

Zur Person

Karola Margraf (57) kam in Flensburg zur Welt und lebt mit Unterbrechungen seit ihrem sechsten Lebensjahr in Göttingen. Seit 1989 arbeitet die studierende Diplom-Verwaltungswirtin für die Bundeswehrverwaltung und ist seit Ende 2017 im Karriereberatungsbüro der Bundeswehr in Göttingen tätig. Seit 2003 ist sie SPD-Mitglied. Karola Margraf ist verheiratet, hat zwei erwachsene Söhne und lebt im Göttinger Ortsteil Nikolausberg. (bsc)

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