Landvolk macht sich Sorgen

Flächen im Landkreis Göttingen werden seltener für Landwirtschaft genutzt

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Ein Beispiel für Landfraß: Die neue Ortsumgehung Waake im Zuge der Bundesstraße 27 lässt erahnen, wie viel Fläche für den Straßenbau verbraucht wird.

Göttingen. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche im Landkreis Göttingen nimmt langsam aber sicher ab. Das bereitet dem Landvolk Sorgen.

Durch Neubaugebiete und Straßen wie aktuell die Ortsumgehung Waake im Zuge der B 27 rutschte der Anteil der landwirtschaftlichen Areale an der Gesamtfläche des Landkreises erstmals unter die Hälfte. 2013 waren es nach amtlicher Statistik mit 55.887 Hektar 50,0 Prozent. Im Jahr 1996 lag der Anteil mit 58.435 Hektar noch bei 52,3 Prozent.

„Die Zahl überrascht mich nicht“, bestätigt der Geschäftsführer des Landvolks und Kreisbauernverbands Göttingen, Achim Hübner: „Jeder Hektar und jeder Quadratmeter, der verloren geht, ist nicht nur für die Landwirtschaft, sondern für uns alle ärgerlich, weil wir uns damit langfristig die Grundlage unserer Ernährung buchstäblich verbauen.“

Die Bauern sehen ein, dass für den Wohnungsbau und die Infrastruktur Flächen benötigt werden. Äußerst kritisch sehen sie aber den intensiven Flächenverbrauch durch Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen vor allem durch Straßenneubau. Der betrifft die Landwirte nicht nur unmittelbar durch den Flächenverlust wegen der Straße selbst, sondern zusätzlich durch die drei- bis siebenfache Fläche für Ausgleichsmaßnahmen. Hübner: „Streuobstwiesen sind schön, aber für die Landwirtschaft verloren.“

Dazu passt, dass sich der Flächenanteil des Waldes von 36.701 Hektar oder 32,9 Prozent im Jahr 1996 auf 38.055 Hektar oder 34,1 Prozent im Jahre 2013 erhöhte. Die Siedlungs- und Verkehrsflächen dagegen machten 1996 mit 14.567 Hektar erst 13,0 Prozent der Gesamtfläche aus. 2013 waren es 16.327 Hektar, was einem Anteil von 14,6 Prozent entsprach.

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