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Landvolk zieht zum Erntedankfest Bilanz: Erträge trotz Schwankungen überraschend gut

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Von: Bernd Schlegel

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Mais-Ernte: Der Kreisverbauernverband zieht zum Erntedankfest Bilanz.
Mais-Ernte: Der Kreisverbauernverband zieht zum Erntedankfest Bilanz. (Symbolbild) © Landvolk Göttingen/nh

Zum Erntedankfest zieht das Landvolk Göttingen Bilanz. Die Erträge sind „überraschend gut“. Aber die Landwirte haben auch viele Sorgen.

Göttingen - Der Landvolk Kreisverband Göttingen blickt auf das Erntejahr zurück. Die Erträge waren trotz großer Schwankungen „überraschend gut“. Doch Markus Gerhardy und Achim Hübner vom Kreisbauernverband schlagen auch nachdenkliche und kritische Töne zum heutigen Erntedankfest an.

„Der so selbstverständlich reich gedeckte Tisch braucht zunächst immer erst einmal eine gute Ernte“, machen Gerhardy und Hübner deutlich.

Markus Gerhardy, Vorsitzender des Landvolks
Markus Gerhardy, Vorsitzender des Landvolks © Christian Mühlhausen

Und weiter: „Das aktuelle Erntejahr ist fast abgeschlossen, es stehen noch einige Zuckerrüben auf den Feldern, trotzdem können wir schon bilanzieren: Unsere Gunststandorte in Südniedersachsen konnten der erheblichen Trockenheit durch ihre hohe Wasserhaltefähigkeit bis zur Ernte der Mähdruschfrüchte recht gut trotzen: Die Erträge waren bei großen Schwankungen insgesamt überraschend gut.“

Große Einbrüche habe es bei der Grasernte für die Milchviehhaltung und beim Mais für Rinder und Biogasanlagen gegeben: „Der Ernteumfang war mit 70 Prozent der Vorjahresmengen wirklich schlecht. Hier gilt es die Futterversorgung im kommenden Jahr nachzubessern. Bedrohlich ist die Lage für die schweinehaltenden Betriebe: Mäßige Erlöse bei extrem hohen Futterkosten machen die Rentabilität komplett kaputt. Wir können das Wetter beklagen, am Ende sind wir in weiten Teilen von den Launen der Natur abhängig“, sagen die Vertreter des Kreisbauernverbandes.

Achim Hübner Landvolk-GeschäftsführerGeschäftsführer Landvolk Kreisverband Göttingen mit Sitz in RosdorfFoto: Bernd Schlegel
Achim Hübner ist Geschäftsführer des Landvolk-Kreisverbandes Göttingen © Bernd Schlegel

Noch viel stärker als Boden, Sonne, Wind und Regen bestimmt laut Gerhardy und Hübner die Politik das Wirtschaften der Landwirte: „Hier sehen wir sehr konkrete Bedrohungen für die zukünftigen Ernten: Wenn sich die Politik in Brüssel durchsetzt, werden in wenigen Jahren 70 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen mit einem Totalverbot für Pflanzenschutzmittel belegt. Die Ernten werden dann erheblich kleiner ausfallen und viel stärker schwanken. Die Politik sägt hier - wie schon bei der Energiewende - an einem wesentlichen Pfeiler unserer Gesellschaft: der ausreichenden und sicheren Lebensmittelversorgung. Hier gilt es gegenzusteuern und die sichere Versorgung mit heimischen Nahrungsmitteln als wichtigste Aufgabe der Landwirtschaft nicht zu vernachlässigen.“

Abschließend machen Gerhardy und Hübner deutlich: „Erntedank 2022 – wir können uns nicht erinnern, dass der bäuerlichen Berufsstandes mit so vielen Sorgen in die Zukunft geblickt hat. Der Krieg in der Ukraine ist furchtbar und mit all seinen Folgen nicht einschätzbar, wir können hier nur auf einen raschen Frieden hoffen.“

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