„Langen Nacht der Hausarbeiten": Köpfe der Studenten rauchten

Lange Hausarbeiten-Nacht: Bei der Schreibwerkstatt in der Göttinger Staats- und Universtätsbibliothek waren (von links) Martin Niemeyer, Désirée Tadych und Jacqueline Henschke dabei. Foto: Henniges

Göttingen. In der Universitätsbibliothek rauchten am Donnerstag die Köpfe: Bereits zum sechsten Mal beteiligte sich die Göttinger Universität an der „Langen Nacht der (aufgeschobenen) Hausarbeiten".

Mehr als 300 Studenten feilten an den Schreibtischen bis tief in die Nacht an ihren wissenschaftlichen Texten. Dr. Jörn Alphei, stellvertretender Leiter der Abteilung Studium und Lehre, betonte bei der Eröffnung vor allem die besondere Schreibatmosphäre: „Das Gruppengefühl in der Bibliothek fördert den Schreibprozess erheblich. Statt Schreibfrust erleben die Studenten Schreiblust.“

Bei einem anschließenden Podiumsgespräch verrieten Experten ihre ganz persönlichen Strategien. Studentin Svenja Brand empfiehlt einen aufgeräumten Arbeitsplatz und eine bequeme Sitzmöglichkeit, um entspannt einen Text verfassen zu können.

Für Historikerin Dr. Frauke Geyken sind Pausen von großer Bedeutung: „Ich mache stündlich eine kurze Pause, um mich erholen zu können und starte dann wieder konzentriert durch.“

Weitere Tipps erhielten die Besucher der „Langen Nacht der Hausarbeiten“ bei Beratungsangeboten und Workshops der Schreibberater direkt vor Ort. Das nutzten auch Désirée Tadych und Jacqueline Henschke: „Wir nehmen an der Veranstaltung teil, weil wir uns hier jederzeit mit Fragen und Problemen an die Berater wenden können.“ Martin Niemeyer ergänzt: „Außerdem sitzen wir hier in geselliger Runde an unseren Texten. Geteiltes Leid ist ja bekanntlich halbes Leid.“

Am Ende dieser Nacht war so manche Hausarbeit endlich fertig geschrieben. Nun wartet schon wieder der nächste wissenschaftliche Text auf viele Studierende.

Tipps und Tricks: Kampf gegen die „Aufschieberitis“

Die Hausarbeit verschieben, das Protokoll erst nächste Woche schreiben. Viele Studenten kennen sich bestens mit der sogenannten „Aufschieberitis" aus.

Doch mit einigen Tipps und Tricks lässt sich das Problem lösen:

• Zunächst sollten die üblichen Störfaktoren außer Reichweite sein: Handy und Internet lenken von der eigentlichen Schreibarbeit nur ab.

• Eine umfangreiche Aufgabe kann in kleine Schritte unterteilt werden. Das erleichtert den Start.

• Auch das Gespräch mit anderen Menschen hilft, berichtet die Studentin Svenja Brand. Für sie ist klar: „Das Reden mit Personen, die nicht mit dem eigenen Thema vertraut sind, bringt ganz neue Erkenntnisse und motiviert zusätzlich."

• Werden Zwischenetappen während des gesamten Schreibprozesses erreicht, so sollte es dafür kleine Belohnungen geben - zum Beispiel ein Stück Schokolade.

Weitere Infos gibt es beim Internationalen Schreibzentrum der Uni im Internet.

www.uni-goettingen.de/de/123160.html

(Von Julia Henniges)

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