Göttingen: Langzeit-Arbeitslose machen der Arbeitsagentur Sorgen

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Göttingen. Die Zahl der Langzeit-Arbeitslosen, nahm in Südniedersachsen 2014 deutlich zu. Diese Gruppe macht der Göttinger Agentur für Arbeit Sorgen.

Das wurde am Mittwoch bei der Vorstellung der Arbeitsmarktbilanz für 2014 deutlich. Waren 2013 noch 5623 Menschen länger als zwölf Monate ohne Arbeit, so wuchs ihre Zahl innerhalb eines Jahres um 7,4 Prozent auf 6039. Hintergrund: Sie profitieren nicht wie andere Gruppen vom Aufschwung am Arbeitsmarkt, weil ihnen oft der notwendige Berufsabschluss fehlt. „80 Prozent unserer offenen Stellen richten sich an Bewerber, die mindestens einen Berufsabschluss haben“, berichtet Klaus-Dieter Gläser, Chef der Göttinger Agentur für Arbeit.

Mit verschiedenen Maßnahmen versucht die Agentur, diese Gruppe in den Arbeitsmarkt zu integrieren. So gibt es beispielsweise eine intensive Betreuung. Bei diesem Programm, das es seit Jahren gibt, ist ein Berater für lediglich 65 Kunden zuständig. Normalerweise kümmert sich ein Berater um 250 Kunden. Außerdem bemüht sich die Agentur darum, dass junge Erwachsene bis 35 Jahre eine Berufsausbildung nachholen.

Insgesamt betrachtet fällt die Bilanz auf den Arbeitsmarkt positiv aus: Die Arbeitslosenquote in der Region ging im Jahresdurchschnitt von 7,1 auf 6,7 Prozent zurück. Durchschnittlich waren 15 782 Menschen arbeitslos, 975 oder 5,8 Prozent weniger als 2013. „Wir haben im Agenturbezirk den niedrigsten Jahreswert des noch jungen Jahrtausends“, sagte Agenturchef Gläser bei der Vorstellung der Jahreszahlen.

Dabei entwickelte sich der Arbeitsmarkt in der Region Südniedersachsen deutlich besser als in den benachbarten Bereichen Niedersachsens. Dort liegt die Quote durchschnittlich fast einen Prozentpunkt über dem Göttinger Wert. Außerdem fiel der Rückgang geringer aus. (bsc)

Ausblick: Experten erwarten weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit

Für 2015 erwartet Klaus-Dieter Gläser einen weiteren Abbau der Arbeitslosigkeit, allerdings in geringerem Maße als 2014.

Der Ausbau der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in der Region ist laut Agenturchef abhängig davon, wie gut es gelingt, die Nachfrage der Unternehmen nach Fachkräften zu befriedigen. Der Schwerpunkt wird auch 2015 auf der Aktivierung der sogenannten stillen Reserve liegen. Dazu gehören beispielsweise Frauen, die nach der Familienphase wieder in den Beruf einsteigen wollen.

Für Maßnahmen der aktiven Arbeits- und Ausbildungsförderung stehen der Arbeitsagentur Göttingen, die etwa 200 Mitarbeiter hat, in diesem Jahr 31 Millionen Euro, etwa eine Million mehr als im Vorjahr, zur Verfügung. (bsc)

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