Göttingen

Laser schneidet dünne Proben: Göttinger Wissenschaftler entwickeln vielversprechende Technik

Sie arbeiten gemeinsam an dem Projekt: Das Team mit Wissenschaftlern der HAWK, der UMG und Vertretern aus der Industrie will besonders dünne Schnitte von Knochenproben herstellen.
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Sie arbeiten gemeinsam an dem Projekt: Das Team mit Wissenschaftlern der HAWK, der UMG und Vertretern aus der Industrie will besonders dünne Schnitte von Knochenproben herstellen.

Bei Knochenproben gibt es häufig Schwierigkeiten mit der Diagnosestellung, da ultradünne Gewebeschnitte benötigt werden. Göttinger Wissenschaftler haben ein neues Verfahren entwickelt.

Göttingen – Das Problem: Bei Knochenproben ist das Anfertigen dieser Schnitte schwierig, da man nicht in die Proben hineinsehen kann. Die Positionierung daher eher zufällig erfolgt und so können möglicherweise Strukturen übersehen werden.

Technik aus Göttingen: Wissenschaftler um Dr. Christian Dullin konnten zeigen, dass die hochauflösenden Röntgenbildgebung hilft

Göttinger Wissenschaftler um Dr. Christian Dullin am Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie der Universitätsmedizin Göttingen konnten zeigen, dass bei der Lösung des Problems die hochauflösenden Röntgenbildgebung hilft. Da hilft die sogenannte „Micro Computer Tomographie“ stellt kleinste Details in den Proben dreidimensional dar.

Diese Informationen können dazu verwendet werden, die Schnittführung für die spätere Analyse unter dem Mikroskop gezielt durch die für die Diagnosestellung wichtigen Regionen im Gewebe zu legen.

Technik aus Göttingen: Es soll ein hochpräzises und computergesteuertes Schneide-Verfahren entwickelt werden

Das Bundesforschungsministerium fördert ein Projekt, um die Ideen in die Praxis zu überführen. An „CT_LASER_BONE“ ist eine Gruppe von Wissenschaftlern und Ingenieuren vom Standort Göttingen der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) beteiligt. Mit dabei waren Prof. Dr. Christoph Rußmann, Prof. Dr. Bernd Stock und Prof. Dr.-Ing. Christopher Frey.

Sie arbeiteten mit den UMG-Wissenschaftlern Dr. Christian Dullin, Prof. Dr. Frauke Alves und Prof. Dr. Philipp Ströbel zusammen. Von Industrieseite ist das Unternehmen „LLS Rowiak LaserLabSolutions“ aus Hannover dabei. Dadurch soll am Ende ein hochpräzises und computergesteuertes Schneide-Verfahren für den Einsatz in der Grundlagenforschung und bei klinischen Fragestellungen entwickelt werden.

Technik aus Göttingen: Es gelingt, etwa 10 Mikrometer dünne Schnitte von nicht entkalkten Knochenproben anzufertigen

Das Projekt wird von Natalya Hartig und Philipp Nolte, zwei Nachwuchswissenschaftler aus den Fachgebieten Informatik und Präzisionsmaschinenbau der HAWK, bearbeitet. Sie werden dabei von dem interdisziplinären Team von Seiten der HAWK und der UMG fachübergreifend betreut.

Die Firma „LLS Rowiak“ aus Hannover stellt ihre Erfahrungen zur Verfügung. Dadurch gelingt es, etwa 10 Mikrometer dünne Schnitte von nicht entkalkten Knochenproben anzufertigen. Zum Vergleich: Ein menschliches Haar ist 50 bis 70 Mikrometer dick.

Technik aus Göttingen: Die nächsten Schritte wurden besprochen

Inzwischen gab es ein Treffen aller Partner, bei dem die nächsten Schritte besprochen wurden. Das Projekt zeigt, wie es gelingen kann, durch fachübergreifende Zusammenarbeit eines Teams aus HAWK, UMG und Industrie eine Idee in eine praxisnahe Lösung umzusetzen. (Bernd Schlegel)

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