Spontan-Aufruf findet enorme Resonanz

Riesen-Hilfsbereitschaft: Laster fahren mit Kleidung ins Hochwassergebiet

Hilfe für Hochwasser-Opfer: Alexander Schneehain (rechts) und Helfer des Bovender SV haben am Freitag spontan einen Spendenaufruf gestartet. Sie wurden von hilfsbereiten Menschen mit Kleider- und Materialspenden zugeschüttet. Selbst die Tribüne am Sportplatz musste als Lager herhalten.
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Hilfe für Hochwasser-Opfer: Alexander Schneehain (rechts) und Helfer des Bovender SV haben am Freitag spontan einen Spendenaufruf gestartet. Sie wurden von hilfsbereiten Menschen mit Kleider- und Materialspenden überhäuft. Selbst die Tribüne am Sportplatz muss als Lager herhalten.

Der spontane Aufruf „Bovenden und Göttingen hilft“ zum Spenden von Kleidung für die Opfer der Hochwasser-Katastrophe hat eine enorme Resonanz gefunden.

Göttingen/Bovenden – Vor der SJS-Rechtsanwaltskanzlei am Düstere-Eichen-Weg in Göttingen stapeln sich Kartons und Plastiksäcke mit Kleidung und Decken für die Opfer der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands. Das ist aber gar nichts gegen die Massen von Kisten und Säcken, die sich im Sporthaus des Bovender SV türmen. Räume und Flure, ja auch die Umkleidekabinen sind prallvoll.

Mehr noch: Unter dem schützenden Dach der Tribüne am Sportplatz stapeln sich viele hundert Behältnisse mit gespendetem Material. Schneehain, Rechtsanwalt und Vorsitzender des Bovender SV, ist begeistert: „Wahnsinn“, nennt er das im positiven Sinne, was die Menschen angeliefert haben und was von Helferinnen und Helfern aus Verein und Ort bewältigt wird.

Denn erst am Freitag hatte Alexander Schneehain aus Betroffenheit über die fürchterlichen Folgen des Hochwassers in Süd-West-Deutschland und der Tatsache, dass es dort vielen Menschen „an allem, auch guter Kleidung fehlt“, in den sozialen Medien den Spendenaufruf „Bovenden und Göttingen hilft“ abgesetzt, den auch die HNA sofort aufgriff.

Der Appell verbreitete sich rasend schnell. „Die Hilfsbereitschaft der Menschen ist riesengroß, wir sind überwältigt, Ihr seid alle super“, sagte Alex Schneehain am Samstagnachmittag gegenüber unserer Zeitung und via Social Media in Richtung aller Unterstützer.

Auf Schneehain kamen denn auch ob der Mengen andere Probleme zu, die es zu lösen galt – wie die Transportfrage. Dank der Kooperation über Florian Grewe von der Spedition Zufall stehen bereits am Montag zwei Lastwagen bereit: „Wir werden mit einem 40-Tonner ab Bovenden-BSV-Gelände und einem 12-Tonner ab unserer Kanzlei ins Hochwassergebiet fahren, ein weiterer 40-Tonner wäre bereit“, schildert Schneehain, der zunächst aber keinen Abnehmer für die Kleidung, Decken und Kinderwagen fand. „Die Hilfsdienste haben vor allem die Aufgabe, zunächst Menschen zu retten.“ Aber alle Gesprächspartner hätten signalisiert, dass die Spenden notwendig und willkommen sind.

Schließlich fand Schneehain das DRK-Aachen/Würselen, das am Freitag zusagte, die Spenden anzunehmen. Doch die Lage veränderte sich. Am Samstag verkündete das DRK Würselen einen Annahmestopp.

Doch über politische Kontakte hoffte man, eine Annahmestelle finden, vermutlich werde es doch das DRK Aachen werden, spekulierte Schneehain am Samstagnachmittag, der am Montag selbst ins Katastrophengebiet fahren wird, auch Bovendens Bürgermeister Thomas Brandes will dabei sein. „Sie werden den Lkw-Konvoi begrüßen“, ist sich Alexander Schneehain sicher. Das Material werde ja gebraucht, müsse nur sortiert und verteilt werden.

Helfen werden übrigens auch Schülerinnen und Schüler der IGS Bovenden, sie laden das Material am Montag auf die Lastwagen.

Geladen werden auch andere Hilfsgüter, so Paletten mit Mineralwasser, das dort für die Helferinnen und Helfer im Katastrophengebiet nach Aussage von Alexander Schneehain dringend benötigt wird. (Thomas Kopietz)

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