UMG und Elternhaus helfen Herzpatienten

Das Leben des 15-jährigen Mick stand auf der Schwelle

Dankbar und glücklich: Mick Breitenbach und seine Eltern Bianca und Dirk sind froh, dass es das Herzzentrum der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und das Elternhaus in Göttingen gibt.
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Dankbar und glücklich: Der 15-jährige Mick Breitenbach und seine Eltern Bianca und Dirk sind froh, dass es das Herzzentrum der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und das Elternhaus in Göttingen gibt.

Welchen enormen Wert eine gute medizinische Versorgung und die Betreuung durch das „Elternhaus“ in Göttingen hat, zeigt das Beispiel des 15-jährigen Mick und Familie.

Göttingen - Mick ist mit einem schweren Herzfehler geboren. Dass er irgendwann ein neues Herz brauchen würde, war schon damals klar. Mick ist jetzt 15 und vor einigen Wochen musste es plötzlich schnell gehen, denn: Er wurde krank. Hilfe bekamen Mick und seine Eltern Bianca und Dirk Breitenbach seit Micks Geburt immer wieder vom Elternhaus in Göttingen und so war es auch in dieser Zeit.

Aber von vorn: Mick ist mit mit nur einer funktionierenden Herzhälfte zur Welt gekommen, erzählen seine Eltern. Micks „halbes Herz“, wie sie es nannten. Vor einigen Wochen ging es ihm plötzlich schlechter. Er hatte eine Infektion und die entwickelte sich schnell zu einer lebensgefährlichen Situation. „Es war für Mick nicht fünf vor zwölf“, sagt seine Mutter Bianca, „es war um zwölf.“

Er kam – wie viele Male zuvor – ins Göttinger Herzzentrum. Dort wurde ihm nach einiger Zeit zunächst ein Defibrilator eingesetzt. Daran, dass er schnellstmöglich ein neues Herz brauchte, änderte aber auch das nichts. Seine Werte verbesserten sich aber langsam etwas, sodass er mit einigen Sicherheitsvorkehrungen nachhause konnte. Allerdings nur kurz, denn nur vier Tage später klingelte abends das Telefon – mit der erlösenden Nachricht: Es gibt ein Spenderherz für Mick.

„Ich habe mit meinem Bruder gezockt, als meine Eltern reinkamen und gesagt haben: das neue Herz ist da“, erzählt der 15-Jährige. Ein paar Sachen gepackt, ab ins Auto. „Alle Ampeln waren grün, wir hatten kein Auto vor uns“, erinnern sich Mick und seine Eltern. „Sowas haben wir noch nie erlebt.“ Noch in der Nacht wurde alles vorbereitet, morgens gegen 6.30 Uhr kam Mick in den OP. „Ich stand auf der Schwelle“, sagt der 15-Jährige.

Als die Breitenbachs in der Klinik ankamen, war es spät. Wo sollten sie schlafen? „In der Klinik haben sie uns gesagt, sie haben einen Notfallschlüssel für das Elternhaus“, erzählt Bianca Breitenbach. „Ich wäre nicht gegangen, ich hätte auch draußen auf der Parkbank geschlafen, wenn wir nicht ins Elternhaus gekonnt hätten.“ Morgens kam Sandra Faust vom Psychosozialen Team und traf die Familie im Elternhaus. „Das war ein bewegender Moment“, beschreibt sie die Situation, als Micks Eltern ihr sagten, dass er gerade ein neues Herz bekommt.

Der Zusammenhalt im Elternhaus gab den Breitenbachs viel Kraft, sagen sie – nicht nur seitens des Teams, sondern auch der anderen Eltern, denen sie umgekehrt genauso beistanden. Freude und Trauer lägen dort nah beieinander, aber in beiden Fällen sei keiner allein.

In Micks Fall war es Freude und das können seine Eltern noch immer nicht ganz fassen. „Es ist noch nicht richtig angekommen“, sagt Dirk Breitenbach. Sie ertappten sich noch immer dabei, dass sie manchmal von Micks „halbem Herz“ reden. „Er hat zu mir gesagt: Mutti, freu dich doch mal, es ist vorbei!“, berichtet Mutter Bianca. Für ihn sei das entscheidend. „Es ist wichtig, dass man auch in schwiergien Situation das Positive sucht, auch wenn es noch so klein ist“, sagt Mick. Außerdem sei er allen in der Klinik und im Elternhaus dankbar, wie auch seine Eltern: „Die Ärzte und das Pflegepersonnal im Herzzentrum sind unsere Engel, genauso wie das Team im Elternhaus.“

Das erste Jahr nach der Transplantation ist das schwierigste, sagt Mick. In dieser Zeit müsse er auf viel achten, aber: „Mir geht es wirklich gut und ich merke, dass ich auch Farben und Geräusche stärker warnehme.“ Das liege daran, dass sein Körper mit dem alten Herzen „auf Sparflamme“ gelaufen sei. Sein „halbes Herz“ hat er der Forschung gespendet und Mick freut sich darauf, zu erleben, was das neue so kann. „Wenn ich mit allem fertig bin, möchte ich sehen, wo dann meine Grenzen sind – „darauf freue ich mich.“ (Sarah Schnieder)

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