Leibniz-Preis für Göttinger Ohr-Spezialist Tobias Moser

Prof. Dr. Tobias Moser

Göttingen. Prof. Dr. Tobias Moser aus Göttingen hat am Mittwoch den Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft gewonnen. Für seine Arbeit bekommt der Ohr-Spezialist ein Preisgeld von 2,5 Millionen Euro.

Der Leibniz-Preis ist der wichtigste Forschungsförderpreis in Deutschland. Professor Moser (46) arbeitet an der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde Er habe mit seinen Arbeiten erheblich zu einem besseren Verständnis der Prozesse im Innenohr und damit der Grundlage des Hörens beigetragen, so die Jury. Seine neuen konzeptionellen wie technischen und experimentellen Ansätze haben Maßstäbe gesetzt, die nun mit dem Leibniz-Preis gewürdigt werden.

Mosers Hauptinteresse gilt den Haarsinneszellen im Innenohr, deren Verlust jeder Mensch ab einem gewissen Alter erleidet und der zu erheblichen Einschränkungen in der Kommunikation mit Mitmenschen führen kann.

Tobias Moser studierte Medizin in Leipzig. Mit einer Arbeit, die im Göttinger Labor des Leibniz- und Nobelpreisträgers Erwin Neher entstand, wurde der Wissenschaftler promoviert. In Nehers Abteilung am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie blieb er auch danach als Postdoktorand und Nachwuchsgruppenleiter.

Parallel dazu begann er eine Facharztausbildung an der Universität Göttingen, an deren Universitätsklinikum er seit 2001 eine eigene Arbeitsgruppe, das „Inner Ear Lab“ leitet. Nach der Habilitation in der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde 2003 wurde er 2005 zum Professor ernannt und hat seit 2007 einen eigenen Lehrstuhl inne.

Nachdem er mehrere Rufe aus Deutschland und den USA abgelehnt hatte, baut Moser aktuell in Göttingen ein neues Institut für Auditorische Neurowissenschaften auf. Ebenso ist er Sprecher des seit 2011 geförderten Göttinger Sonderforschungsbereichs (SFB) „Zelluläre Mechanismen Sensorischer Verarbeitung“. Prof. Tobias Moser ist der erste Leibniz-Preisträger der Universitätsmedizin Göttingen. Der Preis wird seit 1986 verliehen. (bsc)

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