Leibniz-Wissenschaftscampus: Göttinger Forscher rücken enger zusammen

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Zentraler Ort des Leibniz-Wissenschaftscampus Primatenkognition: Das Deutsches Primatenzentrum (DPZ) in Göttingen mit dem Neubau, der im April eingeweiht wurde.

Göttingen. Mit dem neuen Projekt Leibniz-Wissenschaftscampus Primatenkognition arbeiten Forschungseinrichtungen in Göttingen noch stärker zusammen. Der Wissenschaftscampus wurde am Mittwoch feierlich eröffnet. Die Arbeit läuft seit Anfang des Jahres. Wir nennen die Fakten.

Leibniz-Wissenschaftscampus Primatenkognition – was ist das? 

Der Leibniz-Wissenschaftscampus ist eine Plattform, wo Göttinger Forscher aus verschiedenen Disziplinen und Forschungseinrichtungen zusammengebracht werden: Psychologen, Verhaltensbiologen und Neurowissenschaftler. „Er ist eine echte Gemeinschaftsproduktion, auch in der Entstehung“, wie Prof. Julia Fischer, die Sprecherin des Campus sagt. „Wir ermöglichen Göttinger Forschern auch, ins Ausland zu gehen – oder ausländischen Wissenschaftlern nach Göttingen zu kommen. Das gilt für Studierende und Doktoranden“, erklärt Fischer.

Warum entsteht der Wissenschaftscampus Primatenkognition in Göttingen? 

In Göttingen gibt es eine Gruppe von Wissenschaftlern aus verschiedenen Disziplinen, die schon länger begeistert zusammenarbeiten. So aus der Verhaltensbiologie und Psychologie, wie Julia Fischer erläutert.

Spielt auch das von der Uni vorangetriebene Projekt des Göttingen-Campus eine Rolle? 

Ja. Der Wissenschaftscampus Primatenkognition ist eine Frucht des Göttingen Campus, der die Uni mit außeruniversitären Einrichtungen zusammenbringt. Auch die Leibniz-Gesellschaft, Träger des Primatenzentrums, sieht es gerne, wenn eigene Institute mit Universitäten kooperieren. Das bestätigte auch Matthias Kleiner, Präsident der Leibniz-Gesellschaft.

Wie ist der Campus finanziell ausgestattet? 

Zentraler Ort ist das Deutsche Primaten Zentrum (DPZ). Dem Campus Primatenkognition stehen jährlich 900.000 Euro zur Verfügung, für vier Jahre. Die Kasse füllen die Leibniz-Gemeinschaft, die Universität Göttingen und das DPZ auf.

Für welche Vorhaben soll das Geld verwendet werden? 

Sprecherin am Wissenschaftscampus: Julia Fischer.

Die Wissenschaftler sollen neue Methoden ausprobieren, Ideen prüfen, um eventuell daraus Projekte entwickeln zu können. Sie können auch 10.000 Euro für eine Pilotstudie beantragen. „Die Anträge werden begutachtet, aber das Verfahren soll unkompliziert sein“, sagt Julia Fischer.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden? 

Die Forscher müssen immer aus zwei Disziplinen kommen. „Sie sollen Brücken bauen zwischen verschiedenen Bereichen und schauen, ob sie in Grenzbereichen interessante Forschungsansätze finden. Der Kerngedanke des Campus ist, die Disziplinen und verschiedene Forschungseinrichtungen in Göttingen zusammenzubringen“, erklärt Julia Fischer.

Um welche Forschungsvorhaben geht es konkret? 

Hauptfeld sind die kognitiven Fähigkeiten – also die Intelligenz, die Lernfähigkeit – und der Vergleich von Menschen und Affen. Die Frage ist: Wie verarbeiten Menschen Informationen aus der Umwelt, vor allem der sozialen Umwelt? Welche Informationen müssen sie verarbeiten, um gute Verhaltensstrategien zu entwickeln. Um hier weiter zu kommen sind auch Neurowissenschaftler gefragt, die das Gehirn untersuchen.

Welche Außenwirkung hat der Leibniz-Wissenschaftscampus? 

Julia Fischer geht davon aus, dass er den Forschungsstandort Göttingen stärkt und attraktiver macht. „Wir haben damit ein As im Ärmel“. Der Campus könnte so auch ein Pfund für eine folgende Bewerbung der Uni Göttingen für die Exzellenz-Initiative sein, sagt Fischer. Uni-Präsidentin Prof. Dr. Ulrike Beisiegel ist sich sogar „ziemlich sicher“, dass er in einer Bewerbung positiv bewertet würde. Generell könnte der neue Campus auch talentierte Forscher nach Göttingen locken.

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