Leih-Bücherkisten im Wohnheim: Deutsch lernen mit Bildern

Deutsch mit Spaß lernen: Julia Schneeweiß und der 5-jährige Ahmed schauen sich die Bücher an, die die Stadtbibliothek Göttingen der Flüchtlingsunterkunft Zietenterrassen zur Verfügung gestellt hat. Foto: Leissa

Göttingen. Vier Kisten voller Bücher und Lernspiele stehen den 13 Kindern in der Flüchtlingsunterbringung Zietenterrassen nun zur Verfügung. Mit ihnen sollen die Kinder auf spielerische Art und Weise deutsch lernen.

Auch ihre Eltern können einen Blick in die Bücher werfen, denn die Leihgabe der Göttinger Stadtbibliothek bietet auch Bildbände und Informationen zur Stadt Göttingen. Nach drei Monaten werden die Bücherkisten an eine andere Flüchtlingsunterkunft in Göttingen weiter gegeben.

Bereits jetzt haben die jungen Flüchtlinge Spaß an den vielfältig gefüllten Kisten, denn die Bücher können jederzeit mit und auch ohne Betreuung durch die Ehrenamtlichen und die Sozialpädagogen der Unterkunft gelesen werden. Sie sind für das Team um Erzieherin Julia Schneeweiß ein bedeutender Schlüssel in der Spracherziehung der Kinder.

Die Leihbücher decken verschiedene Themen, wie zum Beispiel Alltag oder Tierwelt, ab. Wimmelbilder und reine Bilderbücher ohne Text fördern das Erzählen und Beschreiben. Besonders beliebt sind die interaktiven Tiptoi-Bilderbücher, die mit einem speziellen elektronischen Stift Geräusche abspielen können. „So lernen sie auch ohne Vorlesen wie bestimmte Wörter klingen und ausgesprochen werden“, sagt Julia Schneeweiß.

Nur auf deutsch

Ebenfalls Teil der Spracherziehung: Die Kinder sprechen afghanisch, kurdisch oder syrisch untereinander, aber mit Schneeweiß sollen sie ausschließlich deutsch sprechen. Das sei kein Problem, sagt sie, denn die Kinder lernen meist schneller und natürlicher fremde Sprachen als ihre Eltern. Und mittlerweile habe sie auch einige Wörter auf afghanisch und syrisch gelernt, die ihr die Kinder beigebracht hätten.

Was die Helfer in der Unterkunft Zietenterrassen jetzt nur noch benötigen, das ist Zeit, findet Schneeweiß. Und: weniger Bürokratie, dafür mehr Luft für Gespräche mit den Bewohnern. Für die Spracherziehung der Flüchtlingskinder wären Aktionen wie zu Beispiel regelmäßiges Vorlesen aus den Leihbüchern förderlich. (mle)

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