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Leine nördlich von Göttingen soll wieder zum Naturfluss werden

Die Leine im Norden von Göttingen, hier am Eselstieg, ist derzeit ein monotoner Wasserabfluss-Kanal. Das soll sich noch in diesem Sommer ändern.
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Die Leine im Norden von Göttingen, hier am Eselstieg, ist derzeit ein monotoner Wasserabfluss-Kanal. Das soll sich noch in diesem Sommer ändern.

Die Leine im Norden von Göttingen präsentiert sich am Dragoneranger aktuell als ein monotoner Wasserabfluss-Kanal. Dies soll sich noch in diesem Sommer ändern, wie der Leineverband mitteilt. Die Investitionssumme beläuft sich auf eine Million Euro.

Göttingen – Die Ufer fallen noch steil ins Wasser, es gibt wenig große Bäume, die die Ufer säumen, Verstecke für Fische im Wasser gibt es nicht. Kurzum: Die Leine ist in ihrer ökologischen Funktion stark negativ beeinträchtigt.

Bislang hatte der Hochwasserschutz absolute Priorität und die Gewässerbiologie das Nachsehen. Als Konsequenz sind viele in und an der Leine natürlich vorkommende Tier- und Pflanzenarten abgewandert oder ausgestorben.

„Im Rahmen der Umsetzung der Ziele der EG-Wasserrahmenrichtlinie haben sich der Leineverband und die Stadt Göttingen zusammengeschlossen und werden mit Hilfe von Fördergeldern des Landes Niedersachsen und der EU die Leine auf einer Länge von 2300 Metern zwischen der Brücke des Autobahnzubringers und Eisenbahnstrecke nach Lenglern wieder in einen möglichst naturnahen Zustand überführen“, sagt Jens Schatz, Geschäftsführer des Leineverbandes.

Durch gezielte Maßnahmen sollen standortgerechte Vegetationsstrukturen entwickeln. Die Entfernung der vorhandenen Steinbefestigungen am Ufer wird die Leine aus ihrem starren und kanalartigem Dasein befreit. Durch den Einbau von Strömungslenkern aus Totholz und Steinen wird in der Leine eine eigendynamische Bewegung möglich, sodass neue Lebensräume auf natürliche Weise geschaffen werden. Außerdem soll so auf ganz natürliche Weise mehr Grundwasser entstehen und Vernetzung zwischen Fluss und Aue verbessert werden.

Nach mehr als zwei Jahren Vorbereitung, in denen wasserrechtliche Anträge geschrieben und genehmigt, Fördergelder beantragt und Planungsfirmen beauftragt wurden, ist nun der Bauauftrag für das Projekt vergeben werden, das eine Million Euro kostet.

Das Land Niedersachsen und die Europäische Union fördern etwa 80 Prozent der Summe. Die Stadt Göttingen übernimmt den Rest und stellt einen Teil der Grundstücke zur Verfügung. Der Leineverband ist Eigentümer weiterer Grundstücke und bringt sein Wissen rund um das Thema Wasserbau ein.

Der durch das Gebiet verlaufende Fuß- und Fahrradweg muss für die Dauer der Bauarbeiten allerdings gesperrt werden. (Stefan Rampfel)

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