Leopardenangriff: Göttinger Wissenschaftler helfen im Iran

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Herdenschutz: Ein deutsch-iranisches Forscherteam unter Beteiligung der Uni Göttingen schlägt vor, die Ausbildung von Hütehunden wieder zu stärken. 

Göttingen. In Deutschland bringt die Rückkehr des Wolfes Konflikte zwischen Mensch und Natur mit sich. Im Iran gibt es ebenfalls Wölfe, aber auch Leoparden. Ein Team von Göttinger Wissenschaflern untersucht nun Leopardenangriffen auf Nutzvieh.

Die Raubtiere sind vom Aussterben bedroht, denn sie reißen immer wieder Nutztiere und werden deshalb verfolgt. Im Iran wie in Deutschland werden nun Möglichkeiten gesucht, wie Mensch und Wildtier künftig friedlich nebeneinander leben können.

Ein Team von Wissenschaflern der Georg-August-Universität hat iranische Forscher bei der Untersuchung von Leopardenangriffen auf Nutzvieh unterstützt. Ihr Ziel war es, Alternativen zu erarbeiten, um Schafe, Ziegen und Kühe in Zukunft effektiver vor den Großkatzen zu schützen. Beispielsweise schlagen sie vor, Herden zusammenzulegen und Pufferzonen zu Schutzgebieten der Leoparden einzuhalten, in deren direkter Nähe viele Weideplätze liegen.

Zwar werden die Herden von Schäfern und Hütehunden bewacht, jedoch stellten die Göttinger Forscher fest, dass die Hunde etwa durch Kreuzungen mit anderen Rassen ihre Fähigkeiten verlieren. Der Vorschlag der Wissenschaftler ist es deshalb, die Schäfer besser über Hundezucht und -ausbildung aufzuklären.

Dr. Matthias Wackert, Koordinator des Forscherteams, betont, man habe versucht, kostengünstige ebenso wie sozial akzeptable Lösungsansätze zu erarbeiten, um gleichermaßen die Nutztierherden zu schützen und Rücksicht auf die bedrohten Raubtiere zu nehmen. Die Vorschläge der Wissenschaftler werden im besten Fall dazu beitragen, sowohl den Lebensunterhalt der Viehbesitzer als auch das Überleben der iranischen Leoparden zu sichern. (nh)

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