Universitätsbibliothek Göttingen

Lernen in 300 Ruhe-Inseln mit Lautstärkewarnern

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So sehen sie aus: Die neuen Ruhe-Inseln der SUB in Göttingen. 300 neue Arbeitsplätze sind in zwei Jahren neu entstanden.

Göttingen. 3,5 Millionen Euro wurden in den Ausbau der Staats- und Universitätsbibliothek (SUB)  gesteckt. Neu sind dort auch Arbeitsplätze für Studierende, die besseren Schallschutz bieten.

Ob er sich auf eines der verstellbaren Sofas setzt, in die Ruhe-Insel oder online eine eigene Arbeitskabine bucht, das kann sich der Göttinger Student nun aussuchen. Die Staats- und Universitätsbibliothek (SUB) in Göttingen hat nämlich 300 neue Arbeitsplätze geschaffen. Die Planer waren dabei einfallsreich.

Um auf die Anforderungen der Studenten einzugehen, hat das Team um Architekt Peter Schwarz auch Niklas Pfeifer aufgenommen. Selbst Student, konnte Pfeifer sagen, was die Lernenden benötigen. Er war auch an Kritik im laufenden Planungs- und Bauprozess eingebunden.

Studenten nutzen die Bibliothek heute anders als früher. Vor allem freute es Präsidentin Prof. Dr. Ulrike Beisiegel, dass sie mehr für Gruppenarbeit genutzt wird.

Auch SUB-Chef Wolfram Horstmann, stellte fest: „Studenten reden mehr.“ Doch daran sei bei der Eröffnung der Bibliothek 1993 noch nicht richtig gedacht worden. Obwohl sie damals bereits als innovativ galt.

Und so sehen die Ruhe-Inseln von innen aus: (v.l.) Nina Baueregger von der SUB, Baubeauftragter Harald Bachmann, Architekt Peter Schwarz, Niklas Pfeifer von der Studienqualitätskommission und Prof. Dr. Wolfram Horstmann, Leiter der SUB, neben der Ruhe-Anzeige (rechts).

Damit der Schall von sprechenden und diskutierenden Studenten sich nicht so ausdehnt, wie früher, gibt es jetzt Ruhe--Inseln. In die mobilen, rund geformten, abgetrennten Räume können sich Arbeitsgruppen zurückziehen und diskutieren. Aber: Ein Männchen ermahnt auf der Anzeige zur Ruhe, wenn die Gesprächslautstärke über 60 Dezibel hinausgeht.

Wer seine Ruhe nicht zum Lernen, sondern beispielsweise zum Beten braucht, der kann in den Ruheraum gehen. Das mit Milchglas verkleidete Zimmer bietet Raum für eine Auszeit und auf den Regalen liegen sogar ein paar Gebetsteppiche.

Für Promovierende gibt es ein extra Angebot. Bis zu 26 Wochen, also ein halbes Jahr, können sie sich eine Arbeitskabine mieten. Mit der Küche auf derselben Etage könnten sie dort fast heimisch fühlen.

Das Schöne daran sei, so Horstmann, dass die Veränderungen nicht mal großartig auffallen, weil die Bibliothek so großzügig gestaltet sei.

Sogar für die Mitarbeiter im Eingangsbereich gibt es extra hoch eingestellte Stühle, die sie mit den hereinkommenden Bibliotheksnutzern auf Augenhöhe bringen. Das SUB-Team jedenfalls zeigte sich zufrieden.

Neben den neuen Arbeitsplätzen hat die Bibliothek nun eine Sprinkleranlage für den Fall, dass es brennt, und auch die Lüftung ist erneuert und die Wärmedämmung verbessert worden. Es gibt einen Eltern-Kind-Raum und verstellbare Sofas.

Ein Erfolg seien die Neuerungen dann, wenn sich die Studenten wohlfühlen, sagte Rainer Bolli, Leiter des Gebäudemanagements der Universität Göttingen.

Gekostet haben die Neuerungen dreieinhalb Millionen Euro. Finanziert haben das zu jeweils einem Teil die Studierenden über Beiträge, die SUB aus Eigenmitteln und die Universität.

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