Göttingen

Lernen mit Robotern „Rüdi“ und „Elsa“: Informatik und Robotik am Max-Planck-Gymnasium Göttingen

Roboter-Labor: Im Max-Planck-Gymnasium vermitteln Frauke Ritter (rechts) und Joachim Birk das Programmieren der mit Hilfe Künstlicher Intelligenz dazulernenden Robotor; Ein Mann steht vor einem Tisch mit einer Hand an einem Roboter, eine Frau steht im Vordergrund und lächelt in die Kamera
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Roboter-Labor: Im Max-Planck-Gymnasium vermitteln Frauke Ritter (rechts) und Joachim Birk das Programmieren der mit Hilfe Künstlicher Intelligenz dazulernenden Robotor.

Am Max-Planck-Gymnasium Göttingen lernen Schüler auch den Umgang mit Robotern und Künstlicher Intelligenz – auch als Vorbereitung, denn in vielen Unternehmen gehört das bereits dazu.

Göttingen – Die Zukunft Schule hat längst begonnen im Max-Planck-Gymnasium (MPG) – genauer im Minimax, der MPG-Außenstelle am Albanikirchhof: Ganz oben unter dem Dach hegt das MPG einen Schatz der modernen Art. Seit einigen Wochen stehen dort „Rüdi“ und „Elsa“. Das sind zwei Industrieroboter.

Diese hochgradig beweglichen Roboterarme sind Bestandteil für den Unterricht. Mehr noch, sie sind auch ein Symbol für die Vernetzung von analoger und digitaler Wissensvermittlung. Das Minimax ist so quasi zum Technologielabor für Schüler und Lehrer geworden.

Max-Planck-Gymnasium Göttingen: Ohne Schwellenangst mit Robotern arbeiten

Hier soll ohne Schwellenangst, ganz natürlich mit schlauen Robotern gearbeitet werden, die über Künstliche Intelligenz verfügen, also lernfährig sind, berichten Frauke Ritter und Joachim Birk. Integriert ist das Technologielabor in das Fach Informatik und das wird bereits seit den 90er-Jahren für die Schülerinnen und Schüler als Wahlfach angeboten.

Das MPG war diesbezüglich in Niedersachsen früh dran, wie Schulleiter Dr. Wolfgang Schimpf berichtet. Das war aber stets verbunden mit einer Spezial-Lehrkraft. Mittlerweile hat das MPG seine Digitalausbildung und speziell die Informatik auf eine breitere Basis gestellt.

Dafür stehen auch die Informatik-Verantwortliche Frauke Ritter und Joachim Birk, der auch die Homepage, Tabletverwaltung und Digitale Tools federführend betreut. Beide kümmern sich auch um die Qualifikation des Kollegiums in Digitalfragen. Denn obwohl die Schule immer noch und besonders analog bleiben wird, wie Schulleiter Schimpf sagt, habe sich viel verändert.

Max-Planck-Gymnasium Göttingen: „Digitales Lernen ist eine wichtige Ergänzung“

„Digitales Lernen ist eine wichtige Ergänzung, die mittlerweile selbstverständlich geworden ist, beschleunigt durch die Pandemie“, sagt Schimpf. Das Lernen mit Robotern und Künstlicher Intelligenz jedenfalls begeistert auch den „Analog-Freund“ Schimpf, der fasziniert zuschaut, wenn „Elsa“ und „Rüdi“ während eines Greifvorgangs dazu lernen – KI, heißt das Zauberwort.

Genau so fasziniert sind die Schüler, berichten Ritter und Birk. „Es geht darum, vor der Technik, vor Robotern und dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz nicht in Ehrfurcht zu erstarren“, sagt Birk und fügt an: „Das alles ist nicht so komplex.“ So gehe es auch darum, die Schüler darauf vorzubereiten, was in Unternehmen schon zum Alltag gehört: der Einsatz von Industrierobotern.

Max-Planck-Gymnasium Göttingen: Digitale Allgemeinbildung

Die Faszination aber entsteht vor allem daraus, dass diese Maschinen über die Programme dazulernen können, schildert Frauke Ritter. Und daraus, wie relativ leicht es ist, kleine Programme selbst zu schreiben. „Das wird hier bei uns im Roboter-Labor deutlich.“ So wird im MPG heute quasi auch die moderne, digitale Allgemeinbildung vermittelt.

Das eigene Wissen und Know-How über die Informatik und nun auch die Robotik wird aber auch an Lehrende weitergetragen. Die MPG-Spezialisten schulen Lehrer im eigenen Gymnasium, aber auch darüber hinaus.

„Rüdi“ und „Elsa“ sind im Minimax aber nicht allein. Dort entstehen auch immer wieder bis zu 40 neue, kleine Roboter, die aus Lego-Steinen zusammengebastelt und programmiert werden. Die Domäne der Jungs wird dabei ebenso demontiert wie bei der Teilnahme am Wettbewerb Robo-Cup, wo Mädchen begeistert dabei sind. „Robotik und Informatik ist etwas für Mädchen“, so Frauke Ritter stolz.

Max-Planck-Gymnasium Göttingen: Kooperation mit Göttinger Unternehmen

Die Digitalisierung hat, wie gesagt einen festen Platz in der Entwicklung des Max-Planck-Gymnasiums eingenommen. Dafür steht auch die Kooperation mit dem Göttinger Unternehmen Arineo um Marko Weinrich, das auch Know-How in die Schule bringt. Die Haustechnik wurde mittlerweile übrigens aufgerüstet, schnelles W-Lan ist vorhanden, wie Wolfgang Schimpf sagt. Auch Tablets sind für die Schüler vorhanden.

Die aber haben auch Grenzen, zumindest im Informatik-Unterricht, wie Frauke Ritter sagt: „Nur auf Tablets geht Informatik nicht“, sagt sie. Und schaut nebenbei dem lernfähigen Robbi „Rüdi“ bei der Arbeit zu, beim Aufstellen von Holzklötzchen. Dass der sich einmal selbständig macht, diese Gefahr besteht übrigens nicht: Im Fall der Fälle stoppt ihn der rote Not-Aus-Knopf.

Max-Planck-Gymnasium Göttingen: 1586 gegründet

Das Max-Planck-Gymnasium wurde 1586 gegründet – und wird von mehr als 900 Schülerinnen und Schülern besucht, die in zwei Gebäuden unterrichtet werden. Die Jahrgänge 5 bis 7 sowie der 11. Jahrgang im „MiniMax“ am Albanikirchhof und die Klassen 8, 9 sowie 12 und 13 am Theaterplatz.

Das Angebot reicht von modernen Fremdsprachen, Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften über gesellschaftswissenschaftliche und künstlerisch-musische Fächer bis zu den Alten Sprachen. Ab der 5. Klasse bestehen mehrere Wahlmöglichkeiten, so auch für die Hausaufgabenklasse.

Schulleiter ist Dr. Wolfgang Schimpf, auch Vorsitzender der Niedersächsischen Direktorenvereinigung. Namensgeber und Nobelpreisträger für Physik, Max Planck (1858 bis 1947), lehrte in Göttingen und gilt als Begründer der Quantenphysik. (Thomas Kopietz)

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