Welt-Aids-Tag: Botschaft mit Sprühaktion

Lese die Graffiti: HIV ist im Alltag nicht übertragbar

Sprühaktion vor dem Neuen Rathaus: (von links) Aline Jatho, Johanna Gather, Dennis Rössig, Sozialdezernentin Petra Broistedt, Sara Strube und Simone Kamin mit der Sprayerin Lisa Hoffmann (vorne).
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Sprühaktion vor dem Neuen Rathaus: (von links) Aline Jatho, Johanna Gather, Dennis Rössig, Sozialdezernentin Petra Broistedt, Sara Strube und Simone Kamin mit der Sprayerin Lisa Hoffmann (vorne).

Das HI-Virus ist im Alltag nicht übertragbar, unter medikamentöser Behandlung auch nicht beim Sex: Diese Botschaft vermittelt die Aids-Hilfe anlässlich des heutigen Welt-Aids-Tages mit einer Sprühaktion.

Göttingen – „Aufgeteilt in zwei Sprayer-Teams haben wir in den vergangenen Tagen an rund 50 Stellen in der Göttinger Innenstadt, auf dem Campus beim Zentralen Hörsaalgebäude sowie vor dem Weender Tegut-Markt Slogans aufgesprüht“, berichtet die ehrenamtliche Helferin Lisa Hoffmann. Mehrfach seien sie dabei von Polizisten und Mitarbeitern des Ordnungsamts zur Rede gestellt worden. Stadt, Uni und Supermarkt hätten ihre Erlaubnis zur Aktion gegeben. Die biologisch abbaubaren Kreidefarben würden beim nächsten Regen verschwinden.

„Die meisten unserer üblichen Aufklärungsaktionen – Stände, Workshops oder Partyprävention – fielen in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie aus“, bedauert Helferin Johanna Gather. Um so mehr freue sie sich über diese Aktion.

„Die Graffiti können Menschen miteinander ins Gespräch bringen“, wünscht sich Göttingens Sozialdezernentin Petra Broistedt. „Wer die Botschaften liest, soll sie mit anderen teilen“, ergänzt Simone Kamin, die Geschäftsführerin der Göttinger Aids-Hilfe. Das Motto der deutschlandweiten Kampagne lautet #wissenverdoppeln.

Fährten zu den Orten mit den Sprühmotiven – Koordinaten und Suchbilder – hat die Göttinger Aids-Hilfe auf Facebook und Instagram ausgelegt. Wer Fotos der Graffiti macht und sie hochlädt, kann sich bei der Aids-Hilfe an der Oberen Karspüle 14 eine Überraschung abholen, etwa einen Teddy, einen Kugelschreiber oder einen Flaschenöffner.

„40 Millionen Menschen weltweit sind seit den frühen 80er Jahren an Aids gestorben“, weiß Sozialdezernentin Broistedt. „Die medikamentöse Behandlung hat sich in den vergangenen 20 Jahren erheblich verbessert“, betont Geschäftsführerin Kamin. Das sei vielen Menschen aber immer noch nicht bewusst. So litten Infizierte heute weniger unter dem Virus, als unter Ausgrenzung.

Die Schablonen für die Göttinger Sprühaktion stiftete die Firma Die Signmaker. Finanzielle Unterstützung gab es von der Deutschen Aids-Hilfe. (Von Michael Caspar)

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