Lesungen für Menschenrechte bei Göttinger Theatertagen

Essays zu Migration und Fremdenhass: Peter Lohmeyer las Texte von Hans Magnus Enzensberger. Foto: Lawrenz

Göttingen. Mit Lesungen der Schauspieler Peter Lohmeyer und Katja Riemann ist der Kultursommer mit den 20. Göttinger Theatertagen, zu dem brennenden Thema „Migration und Menschlichkeit", zu Ende gegangen.

Zum ersten Mal setzten sich die Theatertage mit einem eigenen Motto auseinander.

„Mein Name ist unwichtig“, begann Peter Lohmeyer seine Lesung. Der Schauspieler, der unter anderem in dem Film „Das Wunder von Bern“ mitgespielt hat, präsentierte Texte von Hans Magnus Enzensberger - die Auswahl hat der Historiker Gerhard Ahrens aus „Die große Wanderung“ (1992) und späteren Gedankenspielen zu Migration und Fremdenhass getroffen.

Spannungen aufgezeigt

Mit Auszügen aus dessen Essays zeigte Lohmeyer das Spannungsfeld zwischen aktueller Wanderungsbewegung zu Fremdenangst und Fremdenhass. Entspannung gönnte er seinem Publikum mit dem humorvollen Bonus-Kapitel aus „Maria, mir schmeckt´s nicht“ von Jan Weiler über den Autokauf eines Italieners bei einem deutschen Autohändler. Die Zuhörer applaudierten begeistert.

Mit dem Trompeter Stefan Udri und Konrad Hinsken am Klavier setzte sich die Schauspielerin Katja Riemann als Unicef-Botschafterin mit der Verletzung der Menschenrechte - vor allem in Afrika - auseinander.

Riemann ganz in Schwarz

Ganz in Schwarz haben sich die drei Künstler für ihr belastendes Thema gewappnet. Auf- und anrührende Texte zu Themen wie Menschenhandel hat Riemann mit Musik fast als Ausrufezeichen zu einem ergreifenden Abend zusammengestellt.

Erschütternd war nicht nur die Geschichte von dem somalischen Nomadenkind Fadumo Korn über ihre Beschneidung: Als Siebenjährige musste sie diese durchleiden. Immer wieder stellte Riemann die oft unmenschliche Realität einigen Artikeln aus der Erklärung der Menschenrechte gegenüber. Wie Lohmeyer hat sie das sehr nachdenklich gemacht. (zul)

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