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„Letzte Generation“: Aktivisten blockieren das Weender Tor in Göttingen

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Von: Bernd Schlegel

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Aktivisten von „Letzte Generation“ sorgten am Montag für eine Blockade am Weender Tor in Göttingen. Zahlreiche Autofahrer waren darüber ungehalten.
Aktivisten von „Letzte Generation“ sorgten am Montag für eine Blockade am Weender Tor in Göttingen. Zahlreiche Autofahrer waren darüber ungehalten. © Bernd Schlegel

Erneut blockieren Aktivisten von „Letzte Generation“ eine Kreuzung in Göttingen. Das sorgt insbesondere bei Autofahrern für Unmut.

Göttingen – Für erhebliche Verkehrsbehinderungen und Unmut bei Autofahrern sorgte am Montag in Göttingen eine weitere Aktion von Klimaaktivisten von „Letzte Generation“ in Göttingen. Sie hatten einen Teil der Kreuzung „Weender Tor“ in der Innenstadt blockiert.

Polizei löst Blockade der Aktivisten nach etwa 45 Minuten auf

Die Polizei löste die Blockade, die gegen 12.15 Uhr begann, nach etwa 45 Minuten auf. Zuvor waren die rund ein Dutzend Aktivisten von Polizeibeamten von der Straße getragen worden. Einige der Teilnehmer hatten sich mit Sekundenkleber an die Straßenoberfläche geklebt, als die Polizei eintraf.

Einsatz für die Polizei: Sie mussten Aktivisten von der Kreuzung tragen.
Einsatz für die Polizei: Sie mussten Aktivisten von der Kreuzung tragen. © Bernd Schlegel

Wegen des Klebers, der trotz der frostigen Temperaturen funktionierte, war auch die Feuerwehr im Einsatz. Einsatzkräfte der Göttinger Berufsfeuerwehr lösten mithilfe von Sonnenblumenöl die Klebeverbindung zwischen den Händen der Aktivisten und der Straße, damit die Demonstranten weggetragen werden konnten. Polizeibeamte hatten die Teilnehmer zunächst aufgefordert, die Straße freizugeben, was allerdings abgelehnt wurde. Zuvor hatte es heftige Proteste von Autofahrern gegeben, die auf der Berliner Straße in Richtung Osten vor dem Weender Tor im Stau gestanden hatten. „Geht arbeiten“ oder „Verpisst Euch“ war dabei unter anderem zu hören. Ein Verkehrsteilnehmer versuchte sogar selbst, die Aktivisten von der Straße zu ziehen, die sich aber sofort wieder auf die Kreuzung setzten. Ein Passant warf mehrere Schneebälle auf die Polizisten, die gerade im Einsatz waren. Bei ihm wurden die Personalien festgestellt. Auch bei den Demonstranten von „Letzte Generation“ wurden die Personalien von den Polizeikräften aufgeschrieben. Vor Ort waren etwa ein Dutzend Beamte mit insgesamt vier Streifenwagen.

Landtagsabgeordnete Marie Kollenrott als Zuschauerin

Bei der Aktion anwesend war auch die Göttinger Landtagsabgeordnete Marie Kollenrott (Bündnis 90/Die Grünen. „Über das Mittel der Wahl kann man streiten, gleichwohl ist aber die Versammlungsfreiheit vom Grundgesetz gedeckt“, sagte die Politikerin zu dem Vorgehen der Aktivisten.

Marie Kollenrott (Grüne)
Landtagsabgeordnete Marie Kollenrott (Grüne) © Bernd Schlegel

„Das hier ist eine Aktion, die mit Sicherheit Aufmerksamkeit erregt.“ Aus ihrer Sicht schafft der Protest die Öffentlichkeit, die sich die Aktivisten für ihr „sehr wichtiges Thema“ auch wünschen. Sie kündigte an, dass sie als Landtagsabgeordnete in der Arbeit in der Landesregierung das Thema Klimaschutz nach vorn stellen wird. „Ich fühle mich durch diese Aktion angesprochen“, sagte Kollenrott. „Mich berührt, dass sich Menschen im Winter auf die kalte Straße setzen, weil ihr Anliegen so drängend ist.“

Bereits vor zwei Wochen, am 21. November, hatte es eine ähnliche Aktion am Weender Tor in Göttingen gegeben. Auch dort mussten Polizeibeamte die Aktivisten von der Straße tragen – wir berichteten. Ende Mai gab es eine Aktion auf der Bürgerstraße.

Aktivisten laden für 7. Dezember zu Vortragsabend ein

Unterdessen lädt die Göttinger Gruppe von „Letzte Generation“ für Mittwoch, 7. Dezember, zu einem Vortrag zum Thema „Angekommen in der Klimakatastrophe. Was wirst Du tun“. Die Gruppe fordert unter anderem ein Tempo-Limit von 100 km/h sowie ein Neun-Euro-Ticket für den Nahverkehr für alle. Beginn der Veranstaltung ist um 19 Uhr im Apex in Göttingen, Burgstraße 46. (Bernd Schlegel)

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