Göttinger Torhaus-Galerie

Leuchtende Farben am Bildschirm: Virtuelle Ausstellung von Glasmosaiken

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Einer von Gabriele Küstners Mosaiktellern, die in der Online-Ausstellung der Göttinger Torhaus-Galerie noch bis zum 24. Mai gezeigt werden.

Göttingen – Die Ausstellung „Verschmolzene Glasmosaike“ der Künstlerin Gabriele Küstner, die ursprünglich in der Torhaus-Galerie geplant war, ist in Zeiten von Corona virtuell zu sehen.

Auf der Homepage des Göttinger Verschönerungsvereins können die farbenfrohen Glasobjekte bewundert werden. Bis zum 24. Mai ist die Ausstellung dort täglich und rund um die Uhr „geöffnet“.

Ein Teller strahlt wie eine Sonnenblume, der andere leuchtet ansprechend blau, ein dritter changiert in Regenbogenfarben. Wer intensive, leuchtende Farben mag, dem fällt es schwer unter den vielen Glasmosaiktellern seinen sicheren Favoriten zu finden. Oder soll es eine der Wandplatten sein? Eine drängt die Idee eines Pfauenrades auf, bei einer anderen mag der Betrachter an einen Sonnenuntergang im letzten Strandurlaub denken. Küstners zweilagig aufgebaute Vasen mögen manchen an Frühlingsknospen erinnern.

Beim virtuellen Rundgang durch die Ausstellung (Fotograf: Peter Heller) hat der Betrachter alle Zeit der Welt, die Objekte auf sich wirken zu lassen, sie zu vergleichen, von einem zum anderen zu springen oder beim nächsten zu verweilen. Schnell wird klar: Gabriele Küstner, die seit 20 Jahren eine Werkstatt im Künstlerhaus hat, weiß den Werkstoff Glas in Szene zu setzen. Sie absolvierte ihre Ausbildung zur Glasschleiferin an der Staatlichen Glasfachschule Hadamar, wo sie altrömische Techniken wie die Herstellung von Mosaikgläsern kennenlernte.

Stationen ihrer künstlerischen Entwicklung waren in der USA das Appalachian Center for Crafts in Smithville, Tennessee, und die Pilchuck Glas School in Stanwood, Washington. Inzwischen zählt die Göttingerin zu den wichtigsten Vertreterinnen der zeitgenössischen Glaskunstszene. „Der Mosaik-Stil meiner Arbeiten reflektiert deutlich meine Persönlichkeit“, berichtet die Künstlerin. „Ich werde von leuchtenden Farben und grafischen Formen inspiriert – und ich habe die Geduld, Texturen mit Stein- und Diamantschliff zu erzeugen.“

Diese Worte sind in Dr. Manfred Kollers Einführung in die Ausstellung zu lesen. Und hier zeigt sich ein Vorteil der Online-Darbietung. Wer die Vernissage verpasst hat, der kann sie jederzeit wiederholen. Zu jeder beliebigen Tag- oder Nachtzeit kann er den virtuellen Raum betreten und findet die Worte zur Eröffnung. Schade ist, dass für den Blick in die Werkstatt die Erklärungen für den Laien fehlen. Sehr ästhetisch sieht das Regal mit Dosen voller bunt gefärbter Glasstangen aus. Doch wer erklärt die imposanten Maschinen?

Sicher ist: Der virtuelle Rundgang durch die Ausstellung von Gabriele Küstner lohnt sich. Auch für die Zeit, wenn Corona besiegt ist, sollten Museen sich für die Nachfrage nach Online-Angeboten wappnen. Das kann – im Sinne des Klimaschutzes – zum Beispiel auch lange Anfahrten sparen. Und gekauft werden kann auch: Beim Interesse am Erwerb der Kunstobjekte ist der direkte Kontakt zur Künstlerin möglich.

goettinger-verschoenerungsverein.de/kuestner

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