Ausstellung läuft bis zum 3. Oktober

Lichtenberg: Neue Schau in Paulinerkirche stellt Gelehrten vor

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Grüne Ballons: Dr. Daniel Steil betreute das Experiment mit den kleinen Lichtenberg-Büsten. Helfen durfte er natürlich nicht. 

Göttingen. In der Paulinerkirche ist mit professioneller Gestaltungshilfe eine breitgefächerte Ausstellung „DingeDenkenLichtenberg“ anlässlich des Geburtstages von Georg Christoph Lichtenberg entstanden, der sich am Wochenende zum 275. Mal jährte.

Die weißen Überdachungen der Vitrinen sind von Lichtenbergs geliebten Gartenhäusern inspiriert.

Für die Schau zur Wissensgeschichte im 18. Jahrhundert haben mehrere Sammlungen der Universität Göttingen mit ihren Pfunden gewuchert, allen voran das „Physicalische Cabinet“ der Fakultät für Physik und die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB). Zu sehen sind beispielsweise eine Scheiben-Elektrisiermaschine, ein Elektrophor zur Erzeugung großer elektrischer Feldstärken, eine Entladungsröhre, ein Spiegelteleskop, eine schiefe Ebene, die sich Lichtenberg hat bauen lassen, eine riesige Luftpumpe und ein auch ästhetisch ansprechender Nachbau der Rechenmaschine von Johann Helfrich Müller. Hinzu kommen Schriften des berühmten Universalgelehrten.

Die anschaulich und zweisprachig erläuterten Exponate reflektieren vor allem die Experimentierfreude des Universalgelehrten Lichtenberg, der von 1742 bis 1799 lebte, die letzten 20 Jahre als Professor für Physik, Mathematik und Astronomie an der Universität Göttingen. Er wird als typisches Beispiel eines Gelehrten der Aufklärung angesehen.

Lichtenberg gilt als Begründer des deutschsprachigen Aphorismus. In Schreibheften, die er „Sudelbücher“ nannte, sammelte er pointiert formulierte Gedankensplitter. Einer der bekanntesten Aphorismen lautet: „Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird; aber so viel kann ich sagen, es muss anders werden, wenn es gut werden soll.“

Festreden

Die Ausstellungs-Eröffnung war ein Festakt mit launigen Reden von Professor Dr. Norbert Lossau, Vizepräsident für Infrastrukturen der Universität Göttingen, von Professor Dr. Ulrich Joost von der seit 40 Jahren bestehenden Lichtenberg-Gesellschaft, vom Kurator der Ausstellung Steffen Hölscher und von Dr. Marie Luisa Allemeyer, Direktorin der Zentralen Kustodie der Universität Göttingen. Das Interesse war so groß, dass nicht alle Gäste in den Alfred-Hessel-Saal hineinpassten.

Preisfrage

Die Besucher nahmen begeistert an einem Experiment teil. Sie mussten raten, welche Ballon-Größe nötig sei, um eine kleine Lichtenberg-Büste abheben zu lassen. Der Kustode des „Physicalische Cabinets“ Dr. Daniel Steil würzte die Auflösung der Preisfrage mit Informationen über die Anfänge des Ballon-Baus und des Fliegens. Für die Gewinner gab es Buchpreise, darunter den ansprechenden Ausstellungskatalog.

Steffen Hölscher M. A. hat mit Dr. Christian Fieseler und Dr. Johannes Mangei die Ausstellung zusammengestellt. Auch die Akademie der Wissenschaften war bei der Vorbereitung eingebunden.

Virtueller Rundgang wird nach und nach im Internet freigeschaltet

Die Ausstellung "DingeDenkenLichtenberg" in der Göttinger Paulinerkirche, Papendiek 14, ist bis zum 3. Oktober dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Führungen gibt es samstags und sonntags um 11 Uhr sowie nach Vereinbarung, Tel. 0551/39-22456. Demnächst wird im Internet nach und nach ein virtueller Rundgang durch Ausstellung freigeschaltet. Im Internet ist schon jetzt der zweisprachig gestaltete Ausstellungskatalog abrufbar.

http://lichtenberg.gbv.de

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