Liebe ist das Wichtigste: Schüler überzeugten im Deutschen Theater

Beifall für Lehrer: Nach der erfolgreichen Aufführung von „Liebe. Hass. Tod“ der elften Klasse des Göttinger Theodor-Heuss-Gymnasiums im Studio 2 des Deutschen Theaters applaudierten die Schüler der Lehrkraft Claus Schlegel. Er hatte nicht nur die Spielleitung, sondern regelte auch im Hintergrund die Musik. Foto: Eriksen

Göttingen. Der Kurs Darstellendes Spiel des Theodor-Heuss-Gymnaiums trat im Deutschen Theater auf. Die 24 jungen Schauspieler überzeugten das Publikum.

„Die größte Herausforderung? In den Probenvideos sahen wir, dass es Längen gab und wir hatten Sorge, das Publikum würde sich langweilen. Daher haben wir das Tempo angezogen“, erzählten zwei der Jugendlichen nach der Aufführung ihrer Adaption von Williams Shakespeares Tragödie „Romeo und Julia“ in der Studiobühne 2 des Deutschen Theaters. Entsprechend verschwitzt und außer Atem waren zum Schluss die 24 Darsteller, die mit viel Beifall und mehreren „Vorhängen“ belohnt wurden.

Der Titel lautete „Liebe. Hass. Tod“, aber umgekehrt wurde ein Schuh draus. Denn nachdem die Darsteller alle Arten von physischer und psychisch-verbaler Gewalt durchgespielt hatten, hatte nicht der Tod, sondern die Liebe das letzte Wort. Die Akteure, zwischen 16 und 18 Jahren, machten dabei deutlich, dass Liebe für jeden einzelnen etwas anderes bedeutet, sogar Zank und Streit, Schmerz und Trauer.

Zwischendurch fanden die Jugendlichen harsche Worte für die Eltern von Julia, die eine erst 13-Jährige gegen ihren Willen mit einem Verwandten des Fürsten von Verona verheiraten wollten, und bekamen vom einbezogenen Publikum Zustimmung.

Gespielt wurde hervorragend, mit starkem Körpereinsatz und viel Bewegung. Sprache und Gesang waren präzise und gut verständlich. Die Kostüme waren schwarze Leggings für die Mädchen und knielange Shorts für die Jungen, weißes Hemd, pinkfarbene Fliege für die Familie Capulet, neongrüne für die Montagues. Die knapp einstündige Collage war das Ergebnis des Kurses Darstellendes Spiel der elften Klasse des Göttinger Theodor-Heuss-Gymnasiums teilgenommen. Die Spielleitung hatte Lehrer Claus Schlegel, der nach der Aufführung von seinen Schülern mit tosendem Beifall auf die Bühne geholt wurde. Noah Lokocz war für das Licht zuständig.

Adaption und Musik wurden von der Gruppe selbst entwickelt, die seit Schuljahresbeginn einmal wöchentlich geprobt hat. Die ersten sechs Wochen dienten der Gruppenfindung und dem Kennenlernen. Im Januar gab es eine dreitägige Intensivprobe in Goslar.

Das Deutsche Theater zeigte die Produktion im Rahmen seines einwöchigen Festivals „Am Puls – für-von-mit Kindern & Jugendlichen“. (zäl)

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