15 junge Menschen absolvieren ihre Ausbildung in südniedersächsischen Betrieben

Lieber eine Lehre in Deutschland als arbeitslos in Spanien

Berufsstart in Südniedersachsen: Die jungen Spanier vor der Volkshochschule Göttingen. Foto: nh

Göttingen. In ihrer Heimat sehen sie wegen der extrem hohen Arbeitslosigkeit keine Perspektive. Deshalb sind 15 junge Spanier nach Südniedersachsen gekommen, um hier einen Beruf zu erlernen.

Die Auszubildenden sind zwischen 19 und 27 Jahren alt, berichtet Johanna Harms, Projektmitarbeiterin der Volkshochschule Göttingen. Zehn von ihnen kommen aus Malaga in Andalusien, fünf weitere aus Santa Cruz auf Teneriffa. Nach einem viermonatigen intensiven Deutschunterricht in ihrer Heimat hatten 20 Bewerber Mitte Juni sechswöchige Praktika in südniedersächsischen Betrieben angetreten. 15 von ihnen blieben hier und begannen am 1. August mit ihre Berufsausbildung.

Das Spektrum der Ausbildungsberufe reicht vom Anlagenmechaniker für Sanitär- und Heizungstechnik bis zur Restaurantfachfrau. Räumlicher Schwerpunkt ist Göttingen, aber auch Betriebe aus Northeim, Hann. Münden und Nörten-Hardenberg sind dabei. Sie alle hatten Probleme, geeignete Bewerber für ihre Ausbildungsstellen zu finden.

Projektträger ist in diesem Jahr erstmals die Volkshochschule Göttingen, die eng mit der Geschäftsstelle der Industrie- und Handelskammer Hannover in der Universitätsstadt zusammenarbeitet. Johanna Harms und Maria Casan, die beide Spanisch sprechen, wollen den Auszubildenden den Start in Deutschland so leicht wie möglich machen. Als pädagogische Begleiterinnen helfen sie bei der Wohnungssuche und bei Behördengängen, wenn zum Beispiel ein Auto zugelassen werden soll. Ebenso wie Joachim Grube von der IHK halten sie außerdem Kontakt zu den Ausbildungsbetrieben.

Um ihre Ausbildung erfolgreich zum Abschluss bringen zu können, büffeln die jungen Spanier weiter Deutsch, jeden Montag- und Dienstagabend für jeweils zweieinhalb Stunden in der Volkshochschule.

Das Projekt wird von der Europäischen Union und vom Bundesarbeitsministerium gefördert. Die Ausbildungsvergütung wird so aufgestockt, dass jeder Auszubildende auf mindestens 820 Euro netto im Monat kommt. Das Sonderprogramm soll einen Beitrag zum Abbau der Jugendarbeitslosigkeit in Europa und zur Fachkräftesicherung in Deutschland leisten.

Seit 2013 haben bereits 60 junge Leute aus Spanien auf diese Weise eine Ausbildung in Südniedersachsen begonnen. (p)

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