Suche auch in Göttinger Kleingartengelände

Liegen Bomben unter dem Tribünenwall im Stadion Maschpark?

Im Göttinger Stadion Maschpark wird nach möglichen Bomben im Boden sondiert. Zunächst wird der Wall mit einem Bagger punktuell abgetragen. Auch Andreas Gruber vom Sportstättenbetreiber GöSF schaute zu.
+
Im Göttinger Stadion Maschpark in der Weststadt wird nach möglichen Bomben im Boden sondiert. Zunächst wird der Wall punktuell abgetragen. Auch Andreas Gruber (vorne links) vom Sportstättenbetreiber GöSF schaute zu.

Die Sondierungen bei 80 möglichen Bombenblindgängern im Boden der Göttinger Weststadt laufen. Ein Bagger trägt den Tribünenwall im Stadion Manschpark ab.

Göttingen - Mehr als zehntausend fußballverrückte Zuschauer machten den „Maschpark“ in Göttingen – in den 70er-Jahren zu einer bei Gegnern gefürchteten Heimspielstätte von Göttingen 05 in der zweitklassigen Regionalliga Nord. Heute laufen dort die Kicker des Nachfolgevereins 1. SC 05 in der Landesliga auf oder die Footballer der „Generals“.

Wo einst und jetzt die Fans standen und stehen – heute sind es weitaus weniger, als zu den großen Göttinger Fußballzeiten – könnten Bombenblindgänger liegen. Nach ihnen wird jetzt vor Ort gefahndet.

Denn in der Göttinger Weststadt, östlich und westlich der Leine, gibt es mehr als 80 Verdachtspunkte auf Bombenblindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg. Vor über einem Monat wurde mit den Sondierungen begonnen. Bislang wurde an acht Stellen sondiert, alle waren negativ. Darunter befanden sich auch zwei unter oder in unmittelbarer Nähe des Kulturzentrums Godehardstraße.

In dieser Woche haben am Maschparkstadion nahe des Schützenplatzes Vorarbeiten für Sondierungen begonnen. Der Sichtschutzwall des Stadions, der gleichzeitig als Stehtribüne dient, muss an vier Stellen komplett abgetragen werden. Auch vier Bäume wurden dafür gefällt. Ab Anfang Dezember wird dann an diesen vier Stellen unterhalb des Walls und an drei weiteren Stellen mit der Sondierung begonnen.

Je Verdachtspunkt werden 37 Bohrungen in einem Radius von neun Metern stattfinden, in einem Abstand von 1,50 Meter. Rund acht Meter tief geht jedes Bohrloch, wie Andreas Harbich-Michalak, Räumstellenleiter der Kampfmittelbeseitigungsfirma, vor Ort mitteilt. Für jeden Punkt sind ein bis anderthalb Tage angesetzt, so dass die Arbeiten voraussichtlich Ende des Jahres beendet sind.

„Wir sind froh, dass die Sondierungen jetzt im Winter stattfinden“, sagt Andreas Gruber, Geschäftsführer der Göttinger Sport- und Freizeit GmbH. „Auf dem A-Platz, dem „Maschpark-Stadion“, ist zurzeit kein Betrieb. Training und Spiele auf dem angrenzenden Kunstrasenplatz können auch während der Sondierungen ganz normal weiterlaufen. Der „neue“ Maschpark wurde Anfang der 70-er-Jahre auf eigene Kosten des Klubs Göttingen 05 ausgebaut. Als der in finanzielle Schieflage geriet, wurde er an die Stadt verkauft, das verhinderte den Konkurs.

Mehrere Vereine trainieren heute dort, wie der 1. SC Göttingen 05, NK Croatia Göttingen draußen auf den Plätzen sowie der ASC mit seinen Sparten Billard und Tischfußball im Gebäude.

Wenn die Sondierungsarbeiten negativ verlaufen, soll der Wall um das Stadion direkt nach der Freigabe wiederhergestellt werden, sagt Andreas Gruber. Die Kosten übernimmt die Stadt auf dem eigenen Areal.

Noch bis Ende November ist die Kampfmittelfirma in der benachbarten Kleingartenanlage „Auf der Masch“ tätig. Dort gibt es acht Verdachtspunkte auf Bombenblindgänger, die sondiert werden. Dafür ist der Fußweg zwischen Schützenanger und östlichem Leineradweg in zwei Abschnitten gesperrt. Die Stadt bittet Fußgänger und Radfahrer, die Absperrungen zu beachten, um die Sondierungsarbeiten nicht zu behindern. Neben der Fußweg-Sperrung wird für die nördlichen Plätze des Parkplatzes am Maschpark ein Halteverbot eingerichtet. (Stefan Rampfel/Thomas Kopietz)

Wall wird abgetragen: Im Stadion Maschpark wird nach möglichen Bomben im Boden sondiert.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.