Viele der Fotografien sind im Archiv der Kuhnhardt-Foundation

Lincoln - ein Gesicht: Steidl-Verlag-Fotoband zeigt mehr als 100 Porträts

Abraham Lincoln 1860: Porträtfoto aus dem Band des Steidl-Verlages zum 150. Todestag. Foto: William A. Shaw/Meserve-Kuhnhardt-Foundation/nh

Göttingen. Helmut Kohl, Willy Brandt – sie alle taten es regelmäßig, ließen sich fotografieren, auch von Spitzenfotografen. Ihr politisches wie privates Leben und die Spuren, die die Macht in den Gesichtern hinterließ, wurden üppig dokumentiert.

Dass das aber bei einem Großen der Weltpolitik, Abraham Lincoln, gelingt, der schon am 15. April 1865 an den Folgen eines Attentats starb, ist kaum zu glauben, denn die Fotografie steckte noch in den Kinderschuhen. Zu verdanken ist es auch Lincoln selbst, der die Fotografie nutzte und sich regelmäßig ablichten ließ – auch während seiner Amtszeit von 1861 bis 1865. Das Ergebnis: Lincolns Gesicht ist in den Köpfen der Menschen präsent.

Viele der Schwarz-Weiß-Fotografien befinden sich im Archiv der Kuhnhardt-Foundation. Mit der kooperiert der Göttinger Verleger und Drucker Gerhard Steidl seit längerem und hat nun einen Band mit mehr als 100 Porträts – zum Teil in unterschiedlichen, hervorragenden Bearbeitungen – und weiteren Fotos zum 150. Todestag veröffentlicht.

Auf den Porträt-Fotos aus 1843 – noch ohne Bart – und bis kurz vor dem Tod im März 1965 ist stets dieser hagere, 193 Zentimeter große und 82 Kilo leichte Mann zu sehen. Dennoch: Jedes Porträt ist ein anderes, mal sind die Gesichtszüge herb, mal mild, mal die Furchen tief, mal die Falten geglättet. Am Ende ist der aufgebahrte Leichnam zu sehen – ein weniger bekanntes Foto aus dem Leben Lincolns.

„The Photographs of Abraham Lincoln“, engl. Text, Steidl-Verlag, 288 Seiten, 114 Fotos, 58 Euro. 

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