Mit 5000 Euro dotiert

Brakoniecki und Wagner bekamen Linde-Literaturpreis

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Verleihung des Literaturpreises der Städte Göttingen und Thorn: Das Bild zeigt von links Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler, die Preisträger Kazimierz Brakoniecki und Jan Wagner, den Thorner Ratsvorsitzenden Marcin Czyzniewski und den Stadtpräsidenten von Thorn, Michal Zaleski.

Göttingen. Die Lyriker Kazimierz Brakoniecki (Polen) und Jan Wagner (Deutschland) sind am Sonntag im Göttinger Alten Rathaus mit dem Samuel-Bogumil-Linde-Literaturpreis der Partnerstädte Torun (Thorn) und Göttingen geehrt worden.

Überreicht wurde er von Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler und dem Toruner Stadtpräsidenten Michal Zaleski.

Der jeweils mit 5000 Euro dotierte Preis wurde 1996 von den beiden Partnerstädten ins Leben gerufen und wird seitdem jährlich abwechselnd in Göttingen und Thorn verliehen. Mit dem nach dem polnischen Sprachforscher Samuel Bogumil Linde (1771 bis 1847) benannten Preis werden Autoren ausgezeichnet, deren Wort Ideale und Werte schafft und die Menschen. Gesellschaften und Nationen zum gemeinsamen Gespräch führen, heißt es in der Satzung. Die Entscheidung trifft ein gemeinsame Jury.

Grass war Preisträger

Bisherige Preisträger waren unter anderem die beiden Nobelpreisträger Günter Grass und Wislawa Szymborska, sowie Siegfried Lenz, Christa Wolf oder auch Marcel Reich-Ranicki.

Kazimierz Brakoniecki, geboren 1952 in Barczewo (früher Wartenburg in Ostpreußen) spare nach den Worten seines Laudators und Übersetzers Winfrid Lipscher keine Themen aus. Seine vielfach ausgezeichnete Lyrik stehe für die Überwindung von Hass und Vorurteilen und für Völkerverständigung. Sie sei aus dem viersprachigen Raum Masuren heraus zugleich eine Botschaft an Europa.

Zu den wichtigsten Werke des polnischen Preisträgers, der als Übersetzer französischer Literatur auch Leiter des polnisch-französischen Zentrums in Olsztyn ist, zählen die Gedichtbände „Verwachsungen“ (1979), „Identität“ (1990), „Pole, Deutsche und der Herr Gott“ (2009) und „Berliner Tagebuch“ (2011).

Der Hamburger Lyriker und freie Schriftsteller Jan Wagner (Jahrgang 1971) verstehe nach der Laudatio des Göttinger Literaturwissenschaftlers Prof. Heinrich Deterding durch seine Gedichte und Bildgedichte die Wahrnehmungen des Alltäglichen lebendig zu erhalten. Er öffne mit seinen Versen, die oft von Tieren handelten, Herz und Verstand.

Dabei seien „schräge Reime“ ein elementares Element von Wagner, der nach eigenen Worten zwar leider kein Polnisch spricht, aber eine große Begeisterung für die großen polnischen Dichtern hegt und bereits mehrfach in Polen war.

Bedeutendste Werke Wagners, der auch Übersetzer englischer Lyrik ist, sind die Gedichtbände „Probebohrungen im Himmel“ (2001), „Die Sandale des Propheten (2007) und „Regentonnenvariationen“ (2015). Für letztere wurde er mit dem Preis der Leipziger Buchmesse geehrt. 

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