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Literatur: Linde-Preis geht an die Autorinnen Bator und Mora

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Von: Thomas Kopietz

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Linde-Preisträgerin 2022: Joanna Bator aus Polen.
Linde-Preisträgerin 2022: Joanna Bator aus Polen. © Isolde Ohlbaum

Der einzige deutsch-polnische Literaturpreis der Partnerstädte Göttingen und Torun geht 2022 an zwei Autorinnen. Verliehen wird er am 26. Juni in Torun.

Göttingen – Der einzige deutsch-polnische Literaturpreis geht in diesem Jahr an die polnische Schriftstellerin Joanna Bator und an die deutschsprachige ungarische Schriftstellerin Terézia Mora. Sie erhalten den Samuel-Bogumil-Linde-Preis der beiden Partnerstädte Torun und Göttingen. Erhalten werden ihn die beiden Autorinnen und Publizistinnen am Sonntag, 26. Juni in Torun.

Joanna Bator wurde 1968 in Walbrzych (Polen) geboren und wuchs dort auf. Nach dem Abitur studierte sie Kulturwissenschaften und Philosophie an der Uni Breslau. Dann promovierte sie am Institut für Philosophie und Soziologie der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Warschau.

Seit 2011 konzentriert sich Bator auf ihre schriftstellerische Tätigkeit. 2011 erschien der Roman „Piaskowa Góra“ unter dem Titel „Sandberg“ auch auf Deutsch. Für Ihren Roman „Ciemno, prawie noc“ (Dunkel, fast Nacht) erhielt sie 2013 den Nike, den wichtigsten polnischen Literaturpreis. 2017 bekam Bator auch den internationalen Stefan-Heym-Preis und 2018 den internationale Herman-Hesse-Preis – zusammen mit ihrer Übersetzerin Esther Kinsky.

Linde-Preisträgerin 2022: Terézia Mora aus Berlin.
Linde-Preisträgerin 2022: Terézia Mora aus Berlin. © Antje Berghäuser

Terézia Mora wurde 1971 im ungarischen Sopron (Ödenburg) geboren und wuchs in einer Familie, die zur deutschen Minderheit gehörte, zweisprachig auf. Nach der politischen Wende in Ungarn ging sie 1990 zum Studium der Hungarologie und Theaterwissenschaft nach Berlin. Seitdem lebt sie am Prenzlauer Berg und wurde an der Deutschen Film- und Fernsehakademie zur Drehbuchautorin ausgebildet.

Seit 1998 ist sie freie Schriftstellerin. Ihre Werke schreibt sie in deutscher Sprache. Mora arbeitete rund zehn Jahre an einer Trilogie um den IT-Spezialisten Darius Kopp. Für den zweiten Teil bekam sie 2013 den Deutschen Buchpreis. Sie ist auch Mitglied des Deutschen PEN-Zentrum und der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

Mora zählt zu den renommiertesten Übersetzerinnen aus dem Ungarischen, so bei den Werken von Péter Esterházy. Sie hat unter anderem den Deutschen Buchpreis 2013 („Das Ungeheuer“), den Georg-Büchner-Preis 2018 für ihr Gesamtwerk und 2021 den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland erhalten.

Innerhalb der seit 1978 bestehenden Partnerschaft zwischen Göttingen und Torun. wurde als ein gemeinsames kulturelles Projekt der nach dem polnischen Sprachforscher Samuel Bogumil Linde (1771-1847) benannte Preis gestartet. Mit ihm werden Autoren und Autorinnen ausgezeichnet, deren Wort Ideale und Werte schafft und die Menschen, Gesellschaften und Nationen zum gemeinsamen Gespräch führen, Diskussionen anstoßen. (Thomas Kopietz)

Weitere Informationen unter lindepreis.goettingen.de

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