Uni prüft, ob Veranstaltung den eigenen Richtlinien entspricht

Linker Protest gegen AfD-Vorträge im Hörsaal

Raum für die Junge Alternative: Die Universität hat einen Vortragsabend der Hochschulgruppe des AfD-Nachwuchs im Zentralen Hörsaalgebäude am Donnerstag genehmigt. Archivfoto: Dittrich

Göttingen. Der Nachwuchs der Alternative für Deutschland (AfD) darf am Donnerstag einen Uni-Hörsaal für eine Infoveranstaltung nutzen.

Dagegen protestieren andere Hochschulgruppen. Die Uni prüft den Vorgang und behält sich rechtliche Schritte vor.

Der Vortragsabend „Universitäten – Chancen für die AfD“ beginnt um 19 Uhr im Zentralen Hörsaalgebäude, Saal 001. Angemeldet wurde er von der Hochschulgruppe der Jungen Alternative (JA) Göttingen.

Für die Genehmigung der Veranstaltung wird die Universität von anderen Jugendorganisationen kritisiert. Silke Hansmann von der Hochschulgruppe der Jusos stößt sich vor allem an den Rednern, darunter Lars Steinke, Vorsitzender der Hochschulgruppe der JA. „Lars Steinke ist wiederholt durch rechtes Gedankengut und entsprechende Äußerungen aufgefallen. Das ist unvereinbar mit einer Uni, die sich Gleichstellung, demokratische Überzeugungen und Inklusion auf die Fahne schreibt!“, schimpft Hansmann. Die Jusos fordern die Hochschulleitung auf, die Veranstaltung umgehend abzusagen.

Die Universität Göttingen antwortete am Abend auf Fragen der HNA. Sie versteht sich „als ein Ort der Diskussion und des offenen und konstruktiven Dialogs“. Grundsätzlich stünden die Räume der Universität allen registrierten Hochschulgruppen, wie es auch die Junge Alternative (JA) seit dem Frühjahr 2015 ist, für öffentliche Veranstaltungen zur Verfügung, schreibt Pressesprecher Romas Bielke.

Aktualisiert um 20.15 Uhr.

„Verantwortlich für die Inhalte von externen Veranstaltungen sind die jeweiligen Organisatoren und nicht die Universität Göttingen“, stellt Bielke klar. „Sollten in einer Veranstaltung Inhalte vermittelt werden, die in irgendeiner Weise diskriminierend oder fremdenfeindlich sind oder dem Leitbild der Universität widersprechen, behalten wir uns vor, die Veranstaltung jederzeit abzubrechen und den Status der jeweiligen Veranstalter gegebenenfalls zu prüfen.“

Momentan bestünde ein Kontakt zu den Organisatoren der JA-Veranstaltung am 4. Juni und man prüfe, ob die Veranstaltung in der aktuellen Form den Richtlinien der Uni entspreche.

Die Antifaschistische Linke ruft jedenfalls dazu auf, „die Veranstaltung der Rechtspopulisten unmöglich zu machen“.

Die Aktivisten werfen auch den anderen beiden Rednern – Armin Hampel, AfD-Landesvorsitzender. und Sören Hauptstein, JA-Landesvorsitzender in Niedersachsen – eine Nähe zu rechtem Gedankengut und Neonazis vor.

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