Herbstprogramm vor Präsenzpublikum

Literarisches Zentrum Göttingen: Fenster auf für Lesungen und Musik

Bald das Literaturhaus in Göttingen: An der Nikolaistraße wird es aus einer Ex-Gastro-Kultstätte entstehen. Samstag gibt es Kultur davor.
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Bald das Literaturhaus in Göttingen: An der Nikolaistraße wird es aus einer Ex-Gastro-Kultstätte entstehen. Samstag gibt es Kultur davor.

Das Literarische Zentrum Göttingen musste sich wie viele Kultureinrichtungen durch die Corona-Pandemie schlagen – die Programme wurden unter Vorbehalt und verbunden mit großen Unsicherheiten erstellt.

Göttingen – Auch das Herbstprogramm ist eine „wackelige Angelegenheit“ wie Amelie May und Anja Johannsen sagen. Die Gründe: Zum einen ist die Pandemie nicht vorbei, zum anderen wird das Literarische Zentrum umziehen – in das Literaturhaus an der Nikolaistraße.

„Wann aber, das ist noch unklar, sagt Anja Johannsen, die sich dennoch schon sehr auf den Umzug freut. „Wir haben trotzdem ein Herbstprogramm geplant“, sagt die Geschäftsführerin. Klar war für die Zentrum-Macherinnen, „dass es Veranstaltungen mit Publikum geben soll. Wir wollten nicht mehr nur online unterwegs sein“, schildert Johannsen. „Nun hoffen wir sehr, dass wir uns alle im September und Oktober begegnen können.“ Da das neue Domizil im Literaturhaus Nikolaistraße dann noch nicht fertig sein wird, müssen größere Veranstaltungen wieder außer Haus stattfinden. „Aber das ist ja nichts Neues für unsere Besucherinnen und Besucher“, so Johannsen.

Das Literaturhaus wird aber bereits Smastag im Mittelpunkt einer Veranstaltung stehen: Nachdem die Aktion „Fenster Auf“ aus den Fenstern des kleinen Max-Planck-Gymnasium Minimax 2020 unerwartet einschlug, wie Johannsen sagt, „wollten wir das unbedingt wiederholen – diesmal in der Nikolaistraße“. „Fenster Auf! Ein Spektakel gegen das Erstarren“ heißt es am Samstag, 4. September, ab 20 Uhr. Musik und Schauspiel mit dem Boat People Projekt zu hören und sehen sein. In den Fenstern werden aber auch Stargäste lesen, so Mithu Sanyal und Sasa Stanisic – er sogar Unveröffentlichtes. Noch besser: Das Ganze ist kostenfrei und wird – weil es an der Straße so eng ist – auch auf eine Leinwand am Nikolaikirchhof live gezeigt. „Wir freuen uns sehr darauf, das wird toll“, so Anja Johannsen. „Wir bestuhlen und P Café. Birds und Quick-Eck verkaufen Getränke. Aber man kann auch mit dem eigenen Klappstuhl, Sitzkissen und Getränk kommen.“ Die Nikolaistraßes wird ab 20 Uhr für eine Stunde gesperrt.

Live vor Publikum geht es am Mittwoch, 15. September, um 20 Uhr im Dots im Börnerviertel weiter: Sasha Marianna Salzmann wird aus ihrem zweiten Roman „Im Menschen muss alles herrlich sein“ lesen. Ein Buch über die Ukraine, Sowjetzeiten und das Deutschland der Jetztzeit. Bei Regen im Alten Rathaus.

Das Leseclubfestival fiel im Frühjahr aus – es wir am Freitag, 17. September, um 20 Uhr nachgeholt. Fünf Autoren werden dort mit dem Publikum über ihre neuesten Werke sprechen: Mirna Funk im Coworking by pro office, Anja Kampmann in der Galerie Art Supplement, Dmitrij Kapitelman im Jungen Theater und Carolin Wiedemann im Literarischen Zentrum.

Literarisches Zentrum: Anja Johannsen.

Spannend wird der Auftritt von Yaa Gyasi am Dienstag, 28. September um 20 Uhr im Alten Rathaus. Sie ist ein Shooting-Star und wird in englischer Sprache ihren Roman „Ein erhabenes Königreich“ vorstellen, eine virtuose Erzählung und mitreißendes Familiendrama.

Ein breites Publikum spricht Doris Knecht an, die am Donnerstag, 7. Oktober, ab 20 Uhr im Alten Rathaus ihren Roman „Die Nachricht“ vorstellen wird. Es geht um Cyberstalking.

Der gebürtige Göttinger John von Düffel schreibt viel beachtete Romane und stellt sein neues Buch „Die Wütenden und die Schuldigen“ am Dienstag, 12. Oktober, um 20 Uhr im Alten Rathaus vor. Es ist ein Corona-Roman um Familienkonflikte geworden.

Das gesamte Herbstprogramm und Karten gibt es hier. (Thomas Kopietz)

Von Thomas Kopietz

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