Fantastische Freundinnen

Literarisches Zentrum: Zwei Autoren und ihre Wurzeln

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Mittwoch im Literarischen Zentrum Göttingen: Katharina Adler und Sasa Staniic. 

Göttingen – Das Literarische Zentrum wird am Donnerstag sein Sommerprogramm vorstellen, einen Tag zuvor kommt es in der Düsteren Straße zu einem hochinterassten Gespräch mit Lesung: Unter dem Titel „Fantastische Freundinnen“ sind die Autoren Sasa Staniic und Katharina Adler am Mittwoch, 24. April ab 20 Uhr zu Gast.

Katharina Adler und Sasa Staiijic sind thematisch erblich vorbelastet: Adler ist die Urgroßenkelin von Ida Bauer. Die wiederum brach mit 18 Jahren ihre Kur bei Sigmund Freud ab und wurde auch deshalb zu einem Sinnbild weiblichen Widerstands. Ihre Geschichte arbeitet Katharina Adler in ihrem Roman „Fall Dora“ auf. Ida Bauer ging als Fall Dora in die Geschichte der Psychoanalyse ein.

Ihr aus Bosnien/Herzegowina stammende Schriftstellerkollege Sasa Staniijic ist auch ein Urenkel: In „Herkunft“ erzählt er die Geschichte seiner Familie, angefangen in Viegrad, und geht der Frage nach, was für ihn eigentlich Heimat bedeutet. Eine besondere Rolle steht dabei seine Großmutter. Während ihre Erinnerungen immer unzuverlässiger werden, sammelt er sie, bewahrt sie auf Papier. Zum Beispiel die an jenen Sommer, in dem sein Großvater ihr beim Tanzen derart auf den Fuß trat, dass Sasa beinahe nie geboren worden wäre. Es ist ein Buch über das Leben nach der Migration, ein Buch, das von den Kritikern – meistens – gefeiert wird.

Die in enger Freundschaft verbundenen Staiijic und Adler lesen und diskutieren die beiden Nachfahren.

Literarisches Zentrum: Düstere Straße, Mittwoch, 24. April, 20 Uhr, Abendkasse 10/12 Euro, Göttinger Studierende haben mit dem Kulturticket an der Abendkasse freien Eintritt – sofern es noch Karten gibt.

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