Göttinger Literaturherbst

Literatur-Ikone Klaus Theweleit liest im Alten Rathaus

Literarischer Querdenker: Klaus Theweleit.
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Literarischer Querdenker: Klaus Theweleit.

Der Schriftsteller und Kulturwissenschaftler Klaus Theweleit ist am heuteigen Montagabend ab 19 Uhr zu Gast beim Göttinger Literaturherbst im Alten Rathaus.

Göttingen – Wegen seiner „ungezügelten Intelligenz“ durfte er in den 1970er Jahren kein Proseminar an der Universität Freiburg geben, inzwischen hat Klaus Theweleit, Autor, Literaturwissenschaftler und Kulturtheoretiker, eine Vielzahl von Vorlesungen und Seminaren an deutschen sowie internationalen Universitäten gegeben – und hat oft einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Den bleibenden Eindruck wird er vermutlich auch beim Publikum des Göttinger Literaturherbstes hinterlassen, wenn er am Montag, 21. September, im Alten Rathaus der Uni-Stadt, ab 19 Uhr gleich zwei Lesungen gibt.

Im ersten Gespräch mit taz-Chefredakteurin Katrin Gottschalk dreht sich alles um Theweleits Klassiker „Männerphantasien“. Das mehr als 40 Jahre alte Werk – ein Meilenstein der Männerforschung – wurde 2019 neu aufgelegt und um ein neues langes Nachwort des Autors ergänzt.

Ab 21 Uhr spricht Theweleit mit Gottschalk dann über sein neuestes Buch „Warum Cortés wirklich siegte“ (2020), der Abschluss von Theweleits viel beachtetem „Pocahontas Komplex“. Es ist ein anderer Blick auf die Eroberung Amerikas durch die Europäer und die Zivilisation als Erfolgsgeschichte.

Für die Veranstaltungen stehen nur noch wenige Restkarten zur Verfügung, bei Interesse unbedingt vorher anmelden unter: poci@lit-zentrum-goe.de

Theweleit gilt für einige als Ikone der Kulturtheorie. Als Mitglied der Außerparlamentarischen Opposition in den 1960er Jahren war der gebürtige Ostpreuße Mitglied der linken Subkultur. Es war eine Zeit, die Theweleit auch methodisch prägte.

Auf einzigartige Weise versteht Theweleit es, Literatur- und Kultur-Analyse zu vereinen und fachübergreifende Zugänge zu verschiedenen Themen-Komplexen zu finden. Und Theweleits Thesen ziehen an. Das beweisen hoffnungslos überfüllte Seminar-Räume bei seinen Veranstaltungen an deutschen Universitäten. Ganz so voll darf es im Alten Rathaus am Montagabend leider nicht werden – denn natürlich gelten die üblichen Abstands- und Hygieneregeln.

Von Andreas Arens

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