Auszeichnung

Literaturherbst bekommt Initiativpreis der Göttinger Litfin-Stiftung

Verleihung des Initiativpreises Litfin-Stiftung im Alten Rathaus: (von links) Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler, Johannes-Peter Herberhold und Gerd Litfin.
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Verleihung des Initiativpreises Litfin-Stiftung im Alten Rathaus: (von links) Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler, Johannes-Peter Herberhold und Gerd Litfin.

25.000 Online-Besucher waren im vergangenen Jahr beim Göttinger Literaturherbst dabei und erlebten die gestreamten Lesungen. Damit ging das Literaturfestival gestärkt aus der Coronazeit hervor.

Göttingen – Dafür hat die Susanne und Gerd Litfin Stiftung Geschäftsführer Johannes-Peter Herberhold während einer Feierstunde im Alten Rathaus mit ihrem Initiativpreis ausgezeichnet, der mit 5000 Euro dotiert ist.

Es sei ihm „fast peinlich“, zugeben zu müssen, dass der Literaturherbst von der Pandemie profitiert habe, erklärte Herberhold in seiner Dankesrede. Fast alle der zahlreichen Literaturfestivals hätten im vergangenen Jahr ihre Veranstaltungen abgesagt. Auch sein kleines Team sei mit Beginn des ersten Lockdowns im März 2020 zunächst „in ein tiefes Loch“ gefallen. Ein ganzes Jahr lang bereite man ein Festival vor. Dann habe man nicht gewusst, ob es im Herbst überhaupt stattfinden kann.

„Dann klingelte das Telefon und unser Hauptsponsor war am Apparat, Dr. Joachim Kreuzburg der Vorstandsvorsitzende von Sartorius“, erinnerte sich Herberhold. „Die Pandemie wird so schnell nicht vorbei sein, sie müssen sich etwas einfallen lassen“, erklärte der Unternehmer. „Wir könnten online gehen, aber wer soll das bezahlen“, erwiderte Herberhold. „Wofür ist ein Sponsor da?“, fragte Kreuzburg zurück. Mit der Unterstützung des Unternehmens bereitete der Literaturherbst die Übertragung seiner Veranstaltungen vor. „Wir hatten dann im Herbst das Glück, dass wir unsere Veranstaltungen hybrid, als nicht nur digital, sondern auch in Präsenz durchführen konnten“, erklärte Herberhold. Die Resonanz war groß. Der Göttinger Literaturherbst wurde bundesweit wahrgenommen, auch weil es fast keine anderen Lesungen in dieser Zeit gab. So soll es auch 2021 „on air“ weitergehen.

Der Erfolg kam nicht von ungefähr, betonte Gerd Litfin in seiner Laudatio. 2013 habe das 1992 von Christoph Reisner organisierte Festival 30 Lesungen mit 4300 Besuchern gehabt. Herberhold, der die Leitung 2014 nach dem vorzeitigen Tod Reisners übernommen habe, habe 2019 bei 76 Veranstaltungen 20.000 Besucher begrüßen können. „Ohne Reisners Vorarbeit, für den ich seit 1993 als technischer Leiter tätig war, wäre das nicht gelungen“, stellte Herberhold klar.

Viel Unterstützung habe er in der schwierigen Übergangszeit erhalten. Seine Leistung: Er habe vom ersten Tag an die enge Zusammenarbeit mit dem Literarischen Zentrum gesucht. Außerdem habe er das Festival für andere Zielgruppen geöffnet. Die wichtigste Besuchergruppe sei bis heute „die akademische Frau ab 60“. Mit Erfolg bemühten sich die Macher aber auch um Männer sowie um junge Menschen, wobei das Kulturticket für Stunden helfe. Zudem ging das Festival mit Veranstaltungen in den Landkreisen Göttingen und Northeim in die Fläche. So wurde das Einzugsgebiet von 130.000 Menschen auf 500 000 Bürger erweitert. (Michael Caspar)

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