Festival in Göttingen

Literaturherbst: Blick auf die Grenzöffnung - mit Biermann, Dresen und Goosen 

Tritt im Deutschen Theater auf: Der Liedermacher und Lyriker Wolf Biermann ist am 20. Oktober beim Literaturherbst in Göttingen zu Gast. Foto: Susann Prautsch/dpa

Göttingen - Der Göttinger Literaturherbst bietet auch einige Gäste zum Thema Grenzöffnung vor 30 Jahren.

Die Grenzöffnung, die Wende – oft thematisiert, beschrieben aus verschiedenen Blickwinkeln. 30 Jahre nach Fall der innerdeutschen Grenze ist das epochale Ereignis natürlich ein Thema beim Göttinger Literaturherbst, der seit Freitag und bis zum 28. Oktober läuft. Die Autoren und Gäste sind so unterschiedlich wie die Betrachtungsweise.

Frank Goosen 

Frank Goosen, Ruhrpott-Literat, ausgestattet mit einem feinen Gespür für Alltagsbeobachtungen und Begebenheiten, hat seinen Roman „Kein Wunder“ mal nicht im Pott spielen lassen, sondern im Berlin des Jahres 1989. Förster besucht dort den Kumpel Fränge. Fränge hat zwei Freundinnen – Marta im Westen, Rosa im Osten der geteilten Stadt.

Der bodenständige Besucher aus dem Ruhrgebiet wird hineingeworfen in die für ihn verwirrenden wie berauschenden Geschehnisse im Berlin 89, zu einer Zeit „als es mehr Deutschland gab, als man brauchte“, wie Frank Goosen trefflich schreibt. Donnerstag, 21 Uhr, Altes Rathaus: Frank Goosen.

Gregor Sander

Die Zeit, der Ort, die Entscheidungen: Wie unterschiedlich das Leben verlaufen kann, hängt von Zufälligkeiten ab. Thomas Piepenburg, Hauptfigur in Gregor Sanders Roman „Alles richtig gemacht“, hat Geld, Familie, Status. Dann bröckelt alles. Piepenburg denkt viel nach – nimmt den Leser mit, auch zurück in die Kindheit in der DDR der 80er-Jahre. Und Sander erzählt von der wilden Zeit, damals in den 90ern in Berlin. Es ist aber mehr, auch ein ständiger Blick in das Hier und Heute, die Menschen, die Gesellschaft. Grenzlandmuseum Eichsfeld, Donnerstag, 24. Oktober, 19 Uhr: Gregor Sander.

Andreas Dresen

Andreas Dresen wird den Literaturherbst am 28. Oktober beschließen. Der Filmregisseur stammt aus Schwerin, studierte an der Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam-Babelsberg. Die Wendezeit und das Leben in der DDR war Thema auch in seinen Filmen „Stilles Land“ und „Gundermann“. Letzterer, oft preisgekrönt, ist die Biografie des Gerhard Gundermann. Der war ein Liedermacher, eigentlich Baggerfahrer im Tagebau und Verfasser von Spitzelberichten für die Stasi. Eine Person, die viele Gegensätze der DDR in sich vereinigte. Zentrales Hörsaalgebäude (ZHG), Saal 011, Montag, 28. Novembe: Andreas Dresen, Gespräch und Film „Gundermann“.

Wolf Biermann

Aufmüpfig – das ist wohl ein vortreffliches Adjektiv, um Wolf Biermann charakterisieren. Der Liedermacher hatte in der DDR teilweise Auftrittsverbot. 1976 ausgebürgert setzte er die Karreire im Westen fort. Heute sagt er „Ich war so westdumm“. In seinem neuen Buch: „Barbara – Liebesnovellen und andere Raubtiergeschichten ist Biermann gefühlvoller – in der erfrischenden Erzählung eigener Geschichten und Begegnungen. Es geht aber auch um die „heiße Liebe im Kalten Krieg“, wie die FAZ schrieb. Deutsches Theater, Sonntag, 20. Oktober, 19 Uhr: Wolf Biermann.  (tko)

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