Löwin auf High-Heels: Auftritt von Femme Schmidt in der Musa

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Jazz-Pop in Rot und Schwarz: Femme Schmidt bei ihrem Auftritt in der Göttinger Musa.

Göttingen. „Das ist der letzte Song“, sagt Bastian Dalmisch und das Publikum antwortet „oooch“. Der Frontmann der Band „Moody Man“ grinst zurück: „Habt ihr Pech gehabt.“

Die Gruppe spielt in der Göttinger Musa am Donnerstagabend als Vorband für die 25-jährige Sängerin Femme Schmidt.

Dann kommt sie auf die Bühne: Braune Mähne bis zum Bauch, dunkelroter Nagellack, glitzerndes Kleid in Schlangenoptik. Eine Löwin auf High Heels, die heute in Göttingen ihre „RAW“- Tour spielt.

„Ich musste einmal um die ganze Welt reisen, bis ich wieder hier in Göttingen sein konnte“, sagt sie. Tatsächlich hat sie vor fast auf den Tag genau zwei Jahren ihre erste Tour in der Musa begonnen. Mit dabei hat sie ihre Band, bestehend aus Schlagzeug, Jazzgitarre, E- und Kontrabass, Querflöte, Saxofon und Klarinette.

Das alles ergibt ihre nach James-Bond-Dramatik klingende Musikrichtung Pop Noir, die aus Jazz-, Rock- und Popelementen besteht. Entwickelt hat Schmidt sie mit dem Londoner Musikproduzenten Guy Chambers, der lange Zeit auch Robbie Williams produziert hat.

Femme Schmidt in der Musa

Anfangs lautete ihr Künstlername nur Schmidt. Heute mag sich ihr Zusatz Femme nach seinem Zwillingsbruder Fatal sehnen. Das scheint gewollt. Alles an ihr ist auf dieses verruchte Konzept abgestimmt.

Schmidt, die mit richtigem Vornamen Elisa heißt, spielt ihre Rolle mit Bewegungen, die an Burlesque-Tänzerinnen und Pin-Up-Girls aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erinnern. Zeitweise verfällt sie in ein Twist-Tänzchen mit sich selbst, mit dem sie Uma Thurman in Pulp Fiction wohl neidisch gemacht hätte.

Zigaretten und rote Lippen

Schmidt wirkt bühnenerfahren und singt mit einer tiefen und gut ausgebildeten Stimme Songs, die nach Whiskey auf Eis und Zigarettenrauch aus roten Lippen klingen. Es sind Titel wie „Kill me“, „Hurts so good“, oder „Sin City“, die von Liebe, Sehnsucht und Erotik erzählen, vorgetragen von einer Dame mit der Unschuld einer Saloonsängerin.

150 Menschen sind im Publikum und nicken und wippen und tanzen mit. Sie könnten sich der tiefen Atmosphäre dieser Musik wohl noch etwas mehr hingeben, doch das tut der Show mit violetten Lichtern und überdimensionierten Glühbirnen keinen Abbruch. Als der begabte Klarinettist der Band ein Jazzsolo hinlegt, das sich gewaschen hat, jubeln die Gäste frenetisch. Sie werden diese Stimmung bis zum Ende der Show nicht mehr verlieren.

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