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Baustellenromantik an der Göttinger Lokhalle: Baumaßnahme starten – Arbeiten bis Ende des Jahres

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Von: Melanie Zimmermann

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Baustellenromantik vor der Göttinger Lokhalle: Seit gut einer Woche steht dort ein Kran. Er läutet die erste große Baumaßnahme ein, den Abriss der Bunker und die Neugestaltung der Räumlichkeiten.
Baustellenromantik vor der Göttinger Lokhalle: Seit gut einer Woche steht dort ein Kran. Er läutet die erste große Baumaßnahme ein, den Abriss der Bunker und die Neugestaltung der Räumlichkeiten. © Lokhalle Göttingen/nh

Die Göttinger Lokhalle wird für die Zukunft flottgemacht. Die ersten großen Baumaßnahme am beliebten Veranstaltungsort laufen, die Arbeiten sollen bis Ende des Jahres dauern.

Göttingen – Es hat begonnen: Die in die Jahre gekommene Lokhalle in Göttingen wird nach 24 Jahren Veranstaltungsbetrieb für die Zukunft „fit“ gemacht. Während die Sommerpause bereits für diverse Arbeiten in dem Gebäude genutzt wurde, wird die „Ertüchtigung“ nun auch von außen sichtbar.

Seit Ende vergangener Woche, 9. September, herrscht echte „Baustellenromantik“. Ein Kran steht im Eingangsbereich der Lokhalle, die seit mittlerweile knapp 25 Jahren prämierter und beliebter Veranstaltungsort für verschiedenste Events ist. „KranDios!“ schreibt die Lokhalle erfreut dazu in einem Beitrag auf Facebook.

Baustellenromantik in Göttingen: Start der ersten großen Baumaßnahme an der Lokhalle

Der Kran, mit einer Höhe von 30 Meter und einem Ausleger von 48 Meter ist weithin sichtbar und leitet damit die erste große bauliche Maßnahme der „Lokhallen-Ertüchtigung“ ein, wie Kai Ahlborn von der GWG mitteilt: den Umbau der Bunker für die Installation einer luftraumtechnischen Anlage.

Im ersten Schritt werden die Bunker nun abgebrochen, um anschließend die Räume für einen Teil der zukünftigen, energieeffizienten Lüftungsgeräte herzurichten, so die GWG als Betreiberin der Lokhalle auf Facebook.

Außerdem wird die Regenwasser-Nutzungsanlage erneuert und direkt vergrößert, um noch mehr Regenwasser aufzufangen. „Diese Arbeiten werden voraussichtlich bis Ende des Jahres andauern“, so Kai Ahlborn, stellvertretender Leiter des Veranstaltungsmanagements und Ansprechpartner für die Lokhallen-Ertüchtigung.

Arbeiten am beliebten Göttinger Veranstaltungsort sollen bis Ende des Jahres dauern

Die Herausforderung der zukunftsorientierten Maßnahmen: Der Lokhallen-Betrieb geht weiter. Während am Dienstag, 13. September, im Außenbereich die Baustelle eingerichtet wurde, lief parallel dazu der Einlass für den Wirtschaftsempfang der Stadt Göttingen. Am Mittwoch, 14. September, startete der Abriss zunächst der Asphaltdecke, dann der alten Bunkerdecke.

Die Überreste der Decke werden in „kleine, handliche Teile mit einer Größe von ungefähr vier mal zwei Metern geschnitten, ehe im Anschluss der Aufbau der neuen Räumlichkeiten mit Beton-Fertigteilen beginnt“, teilt Ahlborn mit. Die erste große Baumaßnahme werde voraussichtlich bis Ende des Jahres dauern. Bereits Ende Juli starteten die ersten Arbeiten im Inneren der Lokhalle. Es wurden insgesamt drei Gerüste aufgebaut für Stahlbauarbeiten. Dabei war besondere Sorgfalt geboten, denn die Stahlkonstruktion der alten Lokhalle steht unter Denkmalschutz und darf daher nur nach ganz bestimmten Vorgaben saniert werden.

Sommerpause für Modernisierung der Lokhalle genutzt

Außerdem begann man mit dem Einbau eines Kabeltragsystems in Halle 1, sowie dem Einbau der Brandmeldeanlage (BMA), einer Sprachalarmierungsanlage (SAA) und Feststellanlagen (FSA). Hinzu kamen diverse Trockenbauarbeiten für Verteilerräume sowie die neue technische Infrastruktur der Lokhalle.

Eindrucksvolles Industriedenkmal: Die Lokhalle ist das größte Veranstaltungszentrum der Region, drei Hallenteile bieten mehr Grundfläche als ein Fußballfeld mit internationalen Maßen. Die Halle – hier die Süd-Ost-Draufsicht – wird für zehn Millionen Euro technisch überholt.
Eindrucksvolles Industriedenkmal: Die Lokhalle ist das größte Veranstaltungszentrum der Region, drei Hallenteile bieten mehr Grundfläche als ein Fußballfeld mit internationalen Maßen. Die Halle – hier die Süd-Ost-Draufsicht – wird für zehn Millionen Euro technisch überholt. © Michael Mehle

Alte Einbauteile, auch die Rippenrohheizung der Mittelkranbahn, wurden in Vorbereitung auf neue Lüftungskanäle entfernt. Zudem startete der Umbau der Blitzschutzanlage im Sommer. Außerdem wurden alle Kräne und Haken der Lokhalle einer Prüfung unterzogen.

„Da wir natürlich immer unter der Berücksichtigung des Denkmalschutzes all diese Maßnahmen umsetzen, versuchen wir die neuen Lüftungskanäle so gut es geht zu verstecken und entsprechend optisch in das gewohnte Bild der Lokhalle einzupassen“, sagt Ahlborn. Das erinnere ein wenig an ein Puzzle.

Lokhalle Göttingen: Planung für 2023

Die Arbeiten, um die Lokhalle fit für eine nachhaltige Zukunft zu machen, damit sie den Bürgern noch viele Jahrzehnte als Veranstaltungsort erhalten bleibt, werden auch 2023 weitergehen. Wann was wie umgesetzt wird, ist weiterhin in Planung. Herausforderung bleibt nach wie vor, alles umzusetzen, während der Veranstaltungsbetrieb weiterläuft, so Ahlborn. „Da ist viel Flexibilität gefragt, sowohl von uns als Veranstalter als auch von den Gewerken, die für die Arbeiten vor Ort sind. Bisher klappt das aber richtig gut.“

Für die Sommerpause 2023 von Anfang Juli bis Ende August, steht der Umbau der Halle 2 auf dem Plan, mit allem, was dazu gehört: Lüftung, Boden, Fußbodenheizung, Verdunkelung, BMA, SAA und noch mehr.. Das geplante Investitionsvolumen für die Ertüchtigung liegt bei rund zehn Millionen Euro. (mzi)

Die Lokhalle Göttingen wird für die Zukunft fit gemacht, die „Ertüchtigung“ bei laufendem Betrieb kostet zehn Millionen Euro. Mitte September hielt Oberbürgermeisterin Petra Broistedt beim Wirtschaftsempfang der Stadt Göttingen in der Lokhalle ein Plädoyer für das Thema Nachhaltigkeit.

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