Im London-Bus durch die Stadt: Göttingen im roten Doppeldecker erkunden

Stadtführerteam: Dr. Gudrun Keindorf (Stadtführerin) und Robin Helbig (Busfahrer). Foto: Sasse
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Stadtführerteam: Dr. Gudrun Keindorf (Stadtführerin) und Ingo Bertram (Busfahrer).

Göttingen. Göttingen kann bei verschiedenen Stadtführungen entdeckt werden. Eine Möglichkeit ist eine Tour mit dem London-Bus. Da die Innenstadt derzeit gesperrt ist, startet die Rundfahrt an der Haltestelle Theaterplatz. Sonst geht es am Alten Rathaus los.

Über eine kleine Treppe geht es in den gemütlichen Innenraum. An sechs Tischgruppen in dem Bus aus dem Jahr 1960 sitzen Menschen und warten darauf, eine ihnen fremde Stadt zu erkunden. Andere wollen neues über ihre Heimat erfahren. Auch der zweite Stock ist komplett gefüllt.

„Ich will die Stadtrundfahrt mal ausprobieren“, sagt Charlotte Graw aus Niedernjesa. Bestimmte Erwartungen hat sie nicht. Sie will sich überraschen lassen. Und darauf muss sie nicht lange warten. Schon ergreift Stadtführerin Gudrun Keindorf das Wort. Erste Attraktion der Fahrt ist der Kreisel am Theaterplatz, der aber kein Kreisverkehr ist. „Auch heute noch kann man hier durch die Fahrprüfung fallen“, sagt Keindorf. Heinz Erhardt habe es in dem Film „Natürlich die Autofahrer“ besser gemacht und die Prüfung bestanden.

Weiter geht die Fahrt. Der Bus rattert vorbei am Institut für Völkerkunde, an der Stadthalle hoch zum Hainberg. Keindorf deutet auf die Villa Hahne. „Hahne war eine jüdischen Kaufmannsfamilie“ erklärt sie. Allerdings sei sie von den Nazis enteignet worden. Auch das letzte Wohnhaus von Max-Planck sehen die Göttingen-Interessierten auf der Busfahrt. Keindorf beschreibt es als „kanarienvogelgelb“.

„Vom höchstbesiedelten Punkt der Stadt bis zum tiefsten sind es 130 Höhenmeter“, sagt Keindorf, als der Bus den höchsten Punkt hinter sich gelassen hat und bergab fährt. Die Fahrt geht weiter unter anderem durch Geismar und durch die Südstadt. Auch Grone liegt auf der Strecke des London-Busses. Vorbei am Göttinger Bahnhof fährt der Bus zum Nordcampus der Universität. Während der Tour sind die neuen Bremsen wohl zu fest eingestellt. Es qualmt und riecht unangenehm.

Auf dem Campus macht der Bus eine kleine Pause. Dann geht es – mit einer möglichst geringen Nutzung der Bremsen – zurück zum Theaterplatz. Nicht gesehen haben die Teilnehmer die Innenstadt, weil diese derzeit gesperrt ist. „Wir haben die Tour schon einmal gemacht“, sagt Iris Klinge aus Rosdorf. „Da war auch die Innenstadt dabei. Das hat gefehlt“, sagt sie. Der zehnjährige Robin Helbig aus Braunschweig ist dagegen begeistert von dem alten Bus. Am besten hat ihm gefallen, dass dieser so schlecht um die Kurven kam. Die Tour hat er zusammen mit seiner Oma gemacht.

Info: Die nächste Tour mit dem London-Bus ist Sonntag, 24. August. Preis: sieben Euro, ermäßigt vier Euro. Anmeldung: Tel. 05 51 /4 99 80 30 oder Tel. 05 51 / 4 99 80 31, http://zu.hna.de/stadtfue

Von Lara Sasse

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