Angebot wird bald ausgeweitet

Luftlinientarif für Göttinger Stadtbusse ist Erfolgsmodell

Luftlinientarif: Mit dem Angebot können Tickets für die Göttinger Stadtbusse per App mit dem Smartphone gekauft werden.
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Luftlinientarif: Mit dem Angebot können Tickets für die Göttinger Stadtbusse per App mit dem Smartphone gekauft werden.

Seit zwei Jahren kann mit dem Luftlinientarif und einer App auf dm Smartphone bargeldlos die Fahrten mit den Stadtbussen in Göttingen bezahlen. Die Göttinger Verkehrsbetriebe (GöVB) ziehen eine positive Bilanz.

Göttingen – Das Projekt ist eine Erfolgsgeschichte: Inzwischen gibt es etwa 3000 registrierte Nutzer, die mehr als 240 000 Fahrten unternommen haben. Es gibt viele positive Rückmeldungen von Fahrgästen in sozialen Medien sowie im internen Kundendialogsystem. Das Projekt wird in Kürze weiter ausgebaut: Ab Anfang September kann man in allen Bussen innerhalb des Tarifgebiets Göttingen/Bovenden/Rosdorf mit der App bezahlen und fahren. Dann verkehren auch die GöVB-Stadtbusse im 30-Minuten-Takt nach Bovenden und Rosdorf. Die Ausweitung auf den gesamten Verkehrsverbund Südniedersachsen ist zwar noch Zukunftsmusik, aber weiterhin durchaus denkbar.

Mit dem Luftlinientarif haben die Göttinger Verkehrsbetriebe eine Lücke geschlossen. Zuvor gab es nämlich keinen Kurzstreckentarif. Das bedeutet: Jede Fahrt, auch wenn man nur eine Station mitfährt, kostet 2,40 Euro beim Kauf des Einzelfahrscheins.

Beim Handy-Luftlinientarif wird hingegen für die Fahrt ein Grundpreis von 1,20 Euro berechnet. Pro angefangenem Kilometer kommen 20 Cent hinzu. Die Preisobergrenze je Fahrt liegt bei 2,20 Euro und ist damit 20 Cent günstiger als der Einzelfahrschein mit 2,40 Euro. Wer mehrfach am Tag mit dem Handy-Tarif fährt, zahlt maximal sechs Euro. Das ist die tägliche Obergrenze. Kinder zahlen, wie beim Einzelfahrschein aus Papier auch, genau die Hälfte. Der Fahrpreis wird auf Basis der Luftlinie zwischen Einstiegs- und Ausstiegshaltestelle einer Fahrt anhand der GPS-Daten automatisch berechnet.

GöVB-Geschäftsführer Michael Neugebauer freut sich über den Erfolg des Angebots. Das bargeldlose System habe sich in der Corona-Krise als vorteilhaft erweisen, weil so direkte Kontakte zwischen Busfahrern und Kunden weitgehend vermieden werden und ganz nebenbei noch die lästige Suche nach dem Kleingeld wegfällt.

Die Corona-Pandemie hat laut Neugebauer zu keinem nennenswerten Rückgang bei der Nutzung des neuen Angebots geführt. Entgegen dem Trend konnten die Zahlen sogar weiter gesteigert werden. Dass die Fahrgäste das Handy-Ticket-Angebot positiv bewerten, zeigt, zeigt sich auch beim Blick auf das „ÖPNV-Kundenbarometer“ des renommierten Instituts Kantar. Bei der repräsentativen Umfrage unter Nahverkehrskunden erreichten die GöVB im vergangenen Jahr mit dem Luftlinientarif deutschlandweit den ersten Platz in der Rubrik „Handyticket“. Weitere Informationen zu dem Angebot gibt es hier. (Bernd Schlegel)

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