Macher: Ausstellung zur Zwangsarbeit ist in Gefahr

Ausstellung über Zwangsarbeit im Dritten Reich in Südniedersachsen: Sie ist seit April in den Berufsbildenden Schulen II in Göttingen zu sehen. Archivfoto: Böhne

Göttingen. Die Schau zur Zwangsarbeit in Südniedersachsen in der Göttinger BBS II steht vor Problemen. Der Kreis weist die Kritik der Geschichtswerkstätten Duderstadt und Göttingen, die Geld fordern, zurück.

Dauerhafte Betreuung

Konkret geht es um die dauerhafte Betreuung der Dauerausstellung, die seit April in den Berufsbildenden Schulen zu sehen ist. Auf Tafeln und mit vielen Original-Dokumenten wird den Besuchern das Thema Zwangsarbeit im Dritten Reich zwischen 1939 und 1945 vermittelt.

Zu wenig Kapazitäten

Um Jugendliche und Erwachsene beim Besuch der Ausstellung zu begleiten, wird nach Ansicht der Macher, den Vereinen Geschichtswerkstatt Duderstadt und Göttingen, ein hauptamtlicher Mitarbeiter benötigt, um Öffnungszeiten, Führungen sowie begleitende Projektarbeit zu gewährleisten. „Die Geschichtswerkstätten können diese Arbeit aufgrund ihrer geringen personellen Kapazitäten auf Dauer nicht leisten“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Antrag eingereicht

Deshalb haben sie einen Antrag auf finanzielle Förderung an den Landkreis gestellt. Dabei geht es um einen Betrag von etwa 30 000 Euro jährlich, schätzt der Landkreis Göttingen. Christel Wemheuer, Erste Kreisrätin des Landkreises Göttingen, macht hingegen deutlich, dass von Anfang an klar war, dass es keine dauerhafte finanzielle Förderung für eine hauptamtliche Stelle geben wird. Außerdem sei der Antrag für die Diskussion in den Ausschüssen viel zu spät eingereicht worden. Laut Wemheuer haben die großen Parteien in den Kreistagsgremien den Antrag auf Finanzierung der Stelle abgelehnt. Der Landkreis habe einmalig einen Personalkostenzuschuss von 15 000 Euro gezahlt und übernehme bereits die Betriebskosten für die Ausstellung.

Sponsorensuche

Stattdessen schlägt Wemheuer vor, dass die Vereine bei Sponsoren Geld für die hauptamtliche Betreuung der Ausstellung einwerben sollten. Sie berichtet zudem, dass noch vor Weihnachten ein Gespräch zwischen Kreisverwaltung und Geschichtsvereinen geplant sei.

Forderung der Linken

Die Partei „Die Linke“ im Kreistag fordert nun, die Entscheidung in den Kreistagsgremien noch einmal auf den Prüfstand zu stellen. Fraktionsvorsitzender Dr. Eckhard Fascher: „Durch die Schaffung einer hauptamtlichen Stelle wäre es möglich, die Ausstellung der Öffentlichkeit in dem Maße zugänglich zu machen, wie es die dargestellte Thematik auch erfordert.“

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