Am Baum aufgehangen: Kinder nahmen Abschied vom Schnuller 

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Abschied: Die zweijährige Elisabeth schaute gespannt zu, während ihre Mutti die drei Schnuller am Ast der großen Platane befestigte. 

Göttingen. Bereits zum zehnten Mal war der Göttinger Cheltenham-Park am Mittwoch Veranstaltungsort für ein Schnullerbaumfest, bei dem sich mehr als 50 Kinder endgültig von ihrem geliebten Schnuller trennten.

Als der Name von Elisabeth Rauch gleich als allererstes aufgerufen wird, läuft die Zweijährige an der Hand ihrer Mutter Franziska ganz aufgeregt zur Hebebühne. Zusammen klettern sie in den Korb und werden an den unteren Kronenrand der gewaltigen Platane befördert. „Uiih, das ist wie im Karussell“, sagt die Kleine mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

In rund fünf Metern Höhe heißt es dann Abschied nehmen von ihren drei Schnullern. Mit großen Augen sieht Elisabeth zu, wie ihre Mama die an einem rosa Bändchen befestigten Schnullis an einem Ast festbindet, an dem schon etliche andere Sauger hängen.

Ein letzter Blick, ein letztes Winken, dann geht es wieder runter. „Jetzt bist Du ein großes Mädchen“, sagt Franziska Rauch voller Stolz zu ihrer Tochter, die alles ganz tapfer über sich ergehen lassen hatte. Und als ihr Mitorganisatorin Margarete Siebert vom Fachdienst Jugend der Stadt Göttinger unter dem Applaus der Anwesenden auch noch eine Schnullerurkunde und einen bunten Lolli in die Hand drückt, scheint sie ihre Schnullis längst vergessen zu haben.

„Das ist eine ganz tolle Veranstaltung“, lobt Franziska Rauch. Bereits im vergangenen Jahr sei sie mit ihrer Tochter zum Zuschauen dort und „total begeistert“ gewesen. „Wir hatten etwas Glück, dass Elisabeth schon seit Ostern keinen Schnuller mehr nimmt“, erzählte die Göttingerin. Damals habe sie ihn vergessen, als sie zu Oma und Opa gefahren seien, und danach zuhause einfach weitergemacht. „Das war dann eineinhalb Wochen ziemlich schwer, aber dann hatte sie sich daran gewöhnt“, so Rauch. Für Kinder, die bis kurz vor dem Fest ihren Schnuller benutzt haben, werde es sicher ziemlich hart. „Aber die Tatsache, dass man hier immer herkommen und sich den Schnulli ansehen kann, dürfte allen die Sache erleichtern“, meinte sie.

Wie gut das Schnullerbaumfest, das seinen Ursprung im Nachbarland Dänemark hat, seit seiner Premiere im Jahr 2010 angenommen wurde (zunächst gab es zwei Feste jährlich, inzwischen nur noch eines), zeigt die Zahl von rund 400 Göttinger Kindern, die sich auf diese Weise erfolgreich vom Babynuckel getrennt haben.

Und die vielen bunten Schnullis sorgen dafür, dass der Baum inzwischen ein echter Hingucker ist. 

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