Fußballturnier für Schulen in Göttingen

Mädchen starten durch beim Girls Kick und werden von Hitze gestoppt

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Ran an den Ball: Mädels der Werra-Realschule in Münden kicken auf dem Girls Kick Turnier auf dem Sportgelände der Universität in Göttingen. 

Göttingen. Beim Girls Kick auf dem Uni-Sportgelände in Göttingen stellen 500 Mädchen aus den Schulen im Umkreis von Göttingen ihre fußballerischen Fähigkeiten unter Beweis.

Wieder einmal Pech mit zu gutem Wetter: Die Hitze beendet - wie bereits vor zwei Jahren - den Göttinger Kirls Kick. Kurz vor Ende der Vorrunde gegen 14 Uhr wurde das Turnier, an dem viele Mädchenteams aus Schulen im Landkreis beteiligt waren, abgebrochen. Einige Spielerinnen bekamen Kreislaufprobleme. Vorsorglich beendeten die Organisatorinnen um Juliane Jühne das Event - einen Sieger gab es nicht.

Dienstagmittag, 27 Grad, die Sonne brennt auf dem Rasen des Unisportgeländes. Für die Mädchen der Werra-Realschule in Hann. Münden geht es bei den heißen Temperaturen um den Ball. Sie spielen wie 46 andere Mannschaften aus der Stadt und dem Landkreis Göttingen mit beim Girls Kick, dem bundesweit größten Mädchenfußballturnier dieser Altersklasse. Unter den Mannschaften der Jahrgänge 5 bis 8 sind von Profis bis Laien alle dabei.

Kurz vor Anpfiff gibt es Aufruhr in der Mannschaft. „Da spielen Jungs mit!“, plappern die Mädchen durcheinander. Die einzigen Jungs auf dem Spielfeld sind die Schiedsrichter, die vom Gymnasium kommen.

Fünf Spielerinnen schickt Sportlehrer Simon Winter aufs Feld, zehn sind es insgesamt. Gespielt wird gegen das Theodor-Heuss-Gymnasium aus Göttingen. „Nach vorne, nach vorne!“, schreit Mara Jette Heßke, die im Tor steht. „Los, holt euch den Ball!“. Die Gegner sind stark, der erste Ball geht ins Tor der Mündenerinnen. Keines der Mädchen spielt in einem Verein. Deshalb rechnet Simon Winter nicht mit einem Sieg. Wichtiger ist ihm die Gemeinschaft. Denn er weiß: „Auch Niederlagen können zusammenschweißen.“ Mehrere Male wechselt der Sportlehrer Spielerinnen aus. Die Mädchen auf dem Seitenstreifen ziehen sich nasse Handtücher über den Kopf – wenigstens etwas gegen die Hitze.

Abpfiff: Es ist vorbei, die Mündener Girls haben 0:3 verloren. Simon Winter hebt die Hand und lässt die Spielerinnen abklatschen. „Super, Mädels!“, sagt er aufbauend.

Aus den Lautsprechern johlt laute Pop-Musik, dann die Ansage für das nächste Spiel. Die Mündener Mädels haben noch drei vor sich. Den Mädchen ist der Spaß wichtig, dabei sind sie sich einig, als sie später auf dem Rasen im Schatten sitzen. Für Torhüterin Mara ist Fußball eben auch ein Sport für Mädchen. Trotzdem fühlt sie sich später etwas schlecht. „Meinetwegen hatten die anderen ein Tor.“ „Mara, das ist nicht schlimm“, beruhigt sie eine Mitspielerin.

„Abgeben ist für Jungs ein Fremdwort. Hier kriegt man mal den Ball.“
[
Mia Katrin Willmer, Spielerin]

Aber ein bisschen Ehrgeiz ist auch dabei. „Wir wollen uns beweisen, dass wir auch etwas können“, sagt Spielerin Leonie Kuzara. In der Schule spielen sie mit Jungs, „den Ball abgeben, ist für die ein Fremdwort“, beschwert sich Mia Katrin Willmer. Torhüterin Kimberly Söhnchen ist zuversichtlich: „Vielleicht gewinnen wir das nächste Spiel.“

Aktualisiert:
16.40 Uhr 

Wegen der Wetterlage und Kreislaufprobleme einiger Spielerinnen mussten die Organisatoren das Turnier vorzeitig abbrechen, bevor es einen Sieger gab. 

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