Tierfilmer begeistert Publikum

Magie der Bilder und Spiel mit der Gefahr: Andreas Kieling sprach in Göttingen über die Wildnis

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Mahnte zur Erhaltung der Natur: Tierfilmer Andreas Kieling berichtete von seiner Arbeit in Göttingen unter dem Thema „Sehnsucht W ildnis“.

Göttingen – Etwa 800 Natur- und Tierfreunde waren in den fast komplett gefüllten Hörsaal 011, den größten der Universität, gekommen, um Andreas Kieling live zu erleben – Deutschlands bekanntesten Tierfilmer.

Thema des Abends war die „Sehnsucht Wildnis“. Die Kamera mitsamt Stativ über der Schulter, das Fernglas in der Hand, suchender Blick. So kennt das Publikum Andreas Kieling von Plakaten, Buchtiteln und vor allem aus seinen TV-Filmen.

Wer am Freitagabend zeitig vor Beginn des Vortrags kam, konnte sich einen seiner Bildbände vom Büchertisch signieren lassen und einige Worte mit dem erfolgreichen Dokumentarfilmer wechseln. Diese Gelegenheit wollten sich viele Besucher nicht entgehen lassen und obwohl die Schlange der Wartenden entsprechend lang war, nahm sich Kieling für jeden einzelnen seiner Fans Zeit.

Der Vortrag begann pünktlich und entführte zunächst nach Afrika. Während über die Großleinwand faszinierende Aufnahmen von Schimpansen, Berggorillas, Büffeln, Löwen und Elefanten liefen, kommentierte Kieling faktenreich die spektakulären Filmsequenzen. Die dabei ausgestrahlte professionelle Gelassenheit beeindruckte ebenso, wie eingestreute Details zur Entstehung einiger Aufnahmen. „Es ist sehr anstrengend, bei hoher Temperatur und Luftfeuchtigkeit den Schimpansen durch den Wald zu folgen,“ erklärte Kieling. Die Aufnahmen vom sichtlich erschöpften Tierfilmer ließen daran keinen Zweifel aufkommen.

Bei aller Begeisterung für die Bilder hörte das Publikum auch nachdenkliche Worte. Etwa zum verschwenderischen Umgang mit Nahrungsmitteln, die es in der Tierwelt nicht gebe. Oder zum zunehmenden Konflikt um Lebensräume mit der wachsenden Bevölkerung Afrikas. Kieling plädierte dafür, in die Bildung der Menschen zu investieren. „Bildung tut auch der Natur gut.“

Nach einer Pause führte der Vortrag nach Alaska, der „zweiten Heimat“ des Tierfilmers. Vor 25 Jahren begann dort seine Karriere mit spektakulären Nahaufnahmen von Bären und seitdem war er immer wieder dort, um die Natur zu Fuß oder per Boot zu erkunden. Abschließend wendete sich Kieling der nicht minder faszinierenden heimischen Tierwelt zu.

„In Europa ist Deutschland das wildreichste Land“, erklärte er. „Es hängt von uns ab, wie es mit der Natur weitergeht“, mahnte Kieling abschließend. Jeder könne durch sein eigenes Verhalten zu deren Erhaltung beitragen.

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