Forscher aus Göttingen testen Malaria-Medikament gegen Corona - Mit klarem Ergebnis
Weltweit fahnden Forscher nach einem wirksamen Medikament gegen Corona. Ein Team aus Göttingen hat ein bereits zugelassenes Medikamenten getestet.
- Forscher Göttingen suchen nach einem Medikament gegen Corona
- Sie haben die Wirkung eines Malaria-Medikaments getestet
- Us-Präsident Trump hatte Hydroxychloroquin als Prophylaxe gegen Corona eingenommen
Göttingen/Berlin – Forscher aus dem Deutschen Primaten Zentrum (DPZ) Göttingen, der Charité Berlin und der Universität Bonn hatten im Kampf gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 Hoffnung auf ein Malaria-Medikament gesetzt. Jetzt haben sie die Forschungsergebnisse veröffentlicht.
Das Malaria-Medikament Chloroquin und das eng verwandte Hydroxychloroquin hatten weltweit Hoffnung auf ein wirksames Corona-Medikament geweckt. Erste Laborversuche hatten positive Ergebnisse gebracht. US-Präsident Donald Trump hatte das Medikament Hydroxychloroquin als Prophylaxe gegen eine Coronavirus-Infektion eingenommen.
Göttingen: Forscher testen Malaria-Medikament gegen Corona
Die Hoffnung der Forscher aus Göttingen, dass das Malaria-Medikament gegen Corona wirkt, hat sich nicht erfüllt. Das Ergebnis der Studie : Chloroquin hemmt SARS-CoV-2 nicht.
Die Wissenschaftler aus der Abteilung Infektionsbiologie am DPZ in Göttingen hatten nachgewiesen, dass Chloroquin die Infektion von Nierenzellen bei Grünen Meerkatzen-Affen hemmt. Deshalb forschten die Biologen mit ihren Kollegen in Berlin weiter, ob diese Unterbrechung der Infektion über das Malaria-Medikament auch bei menschlichen Lungenzellen funktioniert.

Leider nicht, und so kommen die Wissenschaftler aus Göttingen und Berlin zu dem Ergebnis: Chloroquin sollte nicht für die Behandlung von Corona eingesetzt werden. Dieses Ergebnis wurde in der renommierten Wissenschaftszeitschrift „Nature“ veröffentlicht.
Corona-Studie aus Göttingen: Wichtige Erkenntnisse
Die Studie hat aber durchaus einen Erkenntniswert für die Wissenschaft: Chloroquin wirkt nur Zelltyp-spezifisch und die Infektion von Lungenzellen wird nicht blockiert. „Das bedeutet, dass bei künftigen Testungen von potenziellen Corona-Medikamenten von Anfang an darauf geachtet werden sollte, dass relevante Zelllinien für die Untersuchungen eingesetzt werden, um nicht unnötig Zeit zu verlieren und möglichst schnell wirksame Therapeutika zu identifizieren“, sagt Stefan Pöhlmann, Leiter der DPZ-Abteilung Infektionsbiologie in Göttingen.
„Die Covid-19-Erkrankung wird in erster Linie durch die Infektion von Lungenzellen hervorgerufen, aus diesem Grund sollten diese Zellen bei Wirksamkeitstests immer Priorität haben“, ergänzt Pöhlmann. Die Forscher aus Göttingen und Berlin hatten untersucht ob Chloroquin gegen Corona wirksam ist.
Göttingen: Suche nach Corona-Medikament

Erste, im internationalen Vergleich sehr früh vorgestellte Ergebnisse und die Ankündigung, das Malaria-Medikament Chloroquin könnte eventuell die Ausbreitung von SARS-CoV-2 im menschlichen Körper stoppen oder zumindest beeinträchtigen, hatte für große Aufmerksamkeit gesorgt. Sowohl in Medien wie auch in nationalen und internationalen Wissenschaftskreisen hatte es Hoffnung auf ein wirksames Medikament gegen Corona geweckt.

Zu Beginn der Corona-Pandemie hatten die Forscher des Primatenzentrum in Göttingen* mit bahnbrechenden Erkenntnissen öffentlich für Aufsehen gesorgt. (Von Thomas Kopietz) *hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.